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Pächter im RZ-INTERVIEW: Nürburgring kann auch ohne Formel 1 laufen

Rheinland-Pfalz. 14 Monate sind die Unternehmer Jörg Lindner und Kai Richter Pächter des Nürburgrings. Beide glauben fest daran, dass sich an der Rennstrecke gutes Geld verdienen lässt, wenn die Konzepte stimmen.

Intensive Begegnung am Nürburgring: Uli Adams, Autoexperte und Redaktionsleiter in Bad Neuenahr, Landeskorrespondent Dietmar Brück und Chefredakteur Christian Lindner im Gespräch mit Jörg Lindner, dem Geschäftsführer der Nürburgring Automotive GmbH, und Kai Richter, dem Generalbevollmächtigten dieses Unternehmens (von rechts).
Gausmann-Pressebild

Im Gespräch mit unserer Zeitung zogen sie Bilanz und blickten nach vorn.

 

Ihr Einstieg am Nürburgring, war es die größte Herausforderung Ihres beruflichen Lebens? Ihr größter Fehler? Oder beides?

 

Richter: Die größte Herausforderung war es auf jeden Fall. Ob es der größte Fehler war, wird sich noch zeigen.

 

Lindner: Für mich war es auf gar keinen Fall ein Fehler. Es ist eine sehr interessante und abwechslungsreiche Erfahrung. Und eine Herausforderung ist es auf jeden Fall, die wir mit einem hoch motivierten Team bewältigen.

 

Welche Verhältnisse haben Sie vorgefunden, welches Geflecht an Geschäftsbeziehungen?

 

Richter: Als der Freizeit- und Geschäftspark geplant wurde, musste bereits jedem klar sein, dass sich die Betreiber des Nürburgrings von einer Vermietungs- zu einer Dienstleistungsgesellschaft wandeln müssen. Das war in allen Prognosen klar erkennbar. Nur war dieser Wandel noch lange nicht vollzogen. Damit haben wir quasi am 1. Mai 2010 im Zuge der Neuordnung erst richtig begonnen.

 

Anders gefragt: Wie gut oder wie schlecht ist der Nürburgring vor Ihrem gemeinsamen Engagement im Mai 2010 vermarktet worden? Und wer hat damals am meisten profitiert?

 

Lindner: Das ist nicht unsere Aufgabe, das zu bewerten. Wir wollen hier viele Dinge verändern. Das freut nicht jeden. Aber wir glauben, dass das für den Nürburgring und die Region eine positive Veränderung bringen wird.

 

Dafür, dass Sie deswegen in der Öffentlichkeit ausgesprochen hart angegangen werden, äußern Sie sich ausgesprochen nobel.

 

Lindner: Viele Sachen, die an uns herangetragen werden, fußen auf einer schlechten Informationslage. Wenn ich mir alles, was gesagt, geschrieben und gesendet wurde, zu Herzen nehmen würde, wäre ich längst schreiend davongelaufen.

 

Beim beigelegten Streit um den Industriepool, also um die Testfahrten großer Autofirmen am Ring, beklagten Sie, die „Nordschleife“ sei viel zu billig abgegeben worden.

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