Mainz 05: Erst lag der Sieg in der Luft, dann begann das Zittern
Gelsenkirchen. Mit einer in der ersten Hälfte sehr guten, später aber phasenweise etwas konfusen Leistung haben die Profis des FSV Mainz 05 beim Meisterschaftsaspiranten Schalke 04 ein zufriedenstellendes 1:1 erarbeitet. Nur in der zweiten Hälfte lag eine Zeit lang der Favoritensieg in der Luft.
Nach der frühen Führung durch den Rückkehrer Mohamed Zidan (15.) und einer hervorragenden ersten Hälfte ließen sich die Mainzer viel zu früh, nämlich keine zehn Minuten nach der Halbzeit auf eine Abwehrschlacht ein. Sie vernachlässigten den Spielaufbau, schlugen lange Flugbälle ins Leere, hatten kaum noch Ballbesitz. Chinedu Obasis Ausgleich (59.) war folgerichtig. Weil aber auch die Schalker bald den Faden verloren, blieb es beim 1:1; nach Jefferson Farfáns Schuss am rechten Pfosten vorbei (73.) passierte im Grunde gar nichts mehr.
Es ging flott los
Die 05er begannen ähnlich flott wie im vorherigen Spiel gegen den SC Freiburg: Nach 72 Sekunden hatte Marco Caligiuri den ersten Torschuss der Partie. Nach 105 Sekunden war der Steilpass auf Caligiuri einen Tick zu lang. Und nach 133 Sekunden leitete wieder der rechte Mittelfeldspieler Zdenek Pospechs Flanke mit der Hacke zum sehr offensiven Eugen Polanski weiter, aber der wurde abgeblockt.
Gegen Freiburg entstand zu jener Zeit das 2:0. Diesmal nicht, was aber nicht unbedingt an der höheren Qualität des Gegners lag, sondern nur daran, dass es diesmal halt nicht funktionierte. Doch auch mit fortschreitender Spieldauer blieben die Mainzer die klar stärkere Mannschaft. Raúl wurde bei seiner ersten Aktion im Mainzer Strafraum abgeblockt (8.), Jan Kirchhoff grätschte überragend gegen Obasi (9.); manch ein Anderer hätte einen Elfmeter verursacht.
Typische Aktionen für die erste Hälfte
Die Mainzer waren zweikampfstark und stellungssicher, hatten viele Balleroberungen im Zentrum und standen hinten absolut stabil gegen die extrem offensiv aufgestellten Schalker: Die Bälle prallten an der Abwehr ab, das Mittelfeld sammelte sie ein, der Konter lief. "In der Vorbereitung war klar, dass eine extrem konzentrierte und disziplinierte Defensivleistung die Basis sein soll", erklärte 05-Trainer Thomas Tuchel, "das aber mit Mut. Wir wollten die Abstände zwischen den Linien eng halten. Das haben wir mit sehr viel Intensität und Leidenschaft sehr gut hinbekommen. Darüber hinaus haben wir auch sehr ordentlich Fußball gespielt, uns immer wieder spielerisch aus den Drucksituationen gelöst."
Folgerichtig gingen die Mainzer in Führung. Gerade erst hatte Zidan einen Freistoß aus weit über zwanzig Metern knapp vorbeigeschossen, als es Einwurf von rechts gab, Maxim Choupo-Moting den Ball schnell auf den linken Flügel legte, Radoslav Zabavník eine weite Flanke zurück nach rechts schlug. Und Zidan, mit bisher 22 Toren sowieso schon der beste Mainzer Bundesliga-Torjäger, schob den Ball im Moment der Landung auf dem Rasen mit der rechten Innenseite ins kurze Eck.
























Diesen Artikel versenden