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Layenhof Mainz vor der zweiten großen Chance

Mainz - Ende dieses Jahres soll feststehen, wie es auf dem Layenhof weitergeht. Dann geht laut Ferdinand Graffé, Chef der Grundstückverwaltungsgesellschaft (GVG), und Geschäftsführer des Zweckverbands Layenhof/Münchwald, der Masterplan für das ehemalige Airfield der US-Armee in die Umsetzung.

Noch im ersten Quartal des neuen Jahres soll es eine Bürgerbeteiligung dazu geben. Nach der Sommerpause könnte der Plan dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Fest steht jedoch jetzt schon, dass nach akribischer Prüfung einige Gebäude abgerissen werden müssen, was bereits Schritt für Schritt geschieht. Darunter das, in dem derzeit noch die Clownschule "geduldet" wird, bis sie ein neues Domizil gefunden hat. Gekündigt wurde ihr inzwischen. "Das Gebäude ist nicht zu retten", sagt der oberste Grundstücksverwalter. Es sei jahrzehntlang feucht gewesen und sei völlig verpilzt, was wiederum akute Gesundheitsgefahren berge. "Da haben bei uns alle Alarmglocken geklingelt." Das ehemalige Flugsimulator-Gebäude der US-Armee an der westlichen Grenze neben der Kartbahn ist bereits im vergangenen Jahr gefallen.

Graffé versichert jedoch, dass keine der sonstigen Firmen, Gewerbetreibenden, Künstler und Musiker, die sich im Laufe der Jahre auf dem Layenhof angesiedelt haben, um ihre Domizile fürchten müssen. Im Gegenteil: Das Areal solle "intelligent und behutsam" entwickelt werden. Das sei der Auftrag des Zweckverbands. "Jeder Trottel kann abreißen und neu bauen." Doch auf dem Layenhof sollten die gewachsenen Strukturen erhalten bleiben.

Skepsis und Misstrauen dagegen bei den Betroffenen, wie etwa Markus Fuchs von der Kulturinitiative Airfield, der um die Proberäume von mehr als 80 Bands mit rund 750 Musikern fürchtet. Er glaubt nicht, dass die Clownschule abgerissen werden muss. Ebenso Margrit Stüber vom Wohnprojekt Layenhof: "Wenn die Stadt den Layenhof platt macht, haben all die Künstler keine Chance mehr. Und das ist unvertretbar." Außerdem wünschten sich die Leute des Wohnprojekts ebenso wie von der Interessengemeinschaft Layenhof bei den Zweckverbandversammlungen mit am Tisch zu sitzen. Erst im November hatte der Zweckverband aus Vertretern der Stadt Mainz, des Luftfahrtvereins und der Ortsgemeinde Wackernheim getagt und den Abriss bestimmter Gebäude beschlossen.

Graffé widerspricht: "Alle Gebäude, die fallen, sind entmietet und stehen leer." Die Interessengemeinschaft Layenhof hatte bereits vor rund zehn Jahren Leitlinien erstellt, die nun überarbeitet wurden. Graffé: "Mit diesen Leitlinien stimme ich zu 95 Prozent überein."

Von unserem Redakteur Jochen Dietz

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