Kriegsausbruch 1870: Bismarck und die Emser Depesche
Rhein-Hunsrück - Mit der Kriegserklärung Frankreichs an die deutschen Staaten begann am 19. Juli 1870 der Deutsch-Französische Krieg.
Wie kam es dazu? Erbprinz Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen kandidierte für den spanischen Thron. Das besorgte den französischen Kaiser Napoleon III. sehr. Er befürchtete, dass die französische Einflusssphäre auf diese Weise von deutschen Fürsten umzingelt wird. Napoleon protestierte – mit Erfolg. Preußens König Wilhelm I. konnte Leopold bewegen, die Kandidatur zurückzuziehen. Doch das genügte Napoleon nicht. Vielmehr forderte er, dass die Hohenzollern für alle Zeiten auf den spanischen Thron verzichten. Um diesem Ansinnen Nachdruck zu verleiten, entsandte der französische Kaiser den Botschafter Vincent Benedetti nach Bad Ems.
Dort weilte zu jener Zeit König Wilhelm I. zur Kur. Der Monarch lehnte die französische Forderung allerdings ab. Über die Unterredung der beiden Zeitgenossen verfasste der königliche Berater Heinrich Abeken am 13. Juli 1870 einen Bericht, der als Emser Depesche in die Historie eingehen sollte, und sandte diesen an Ministerpräsident Otto von Bismarck. Der „Eiserne Kanzler“ kürzte und verschärfte den Inhalt des Telegramms und publizierte die neue Fassung. Auf diese Weise provozierte Bismarck die Kriegserklärung Frankreichs. Der Krieg forderte zwischen Juli 1870 und Mai 1871 rund 200.000 Todesopfer und noch mehr Verwundete. Darunter auch viele Männer vom Mittelrhein und dem Hunsrück. Das verheerende Ausmaß verdeutlicht ein Blick auf die Verlustlisten, die in der Hunsrücker Zeitung veröffentlicht wurden. Der bis Mai 1871 dauernde Konflikt endete mit der Niederlage Napoleons und dem Verlust der französischen Vormachtstellung in Europa. Bei der Entscheidungsschlacht am 2. September wurde Napoleon bei Sedan gefangen genommen. Diese Kapitulation wurde in der Folge noch bis ins Jahr 1918 mit einem Gedenktag, dem Sedanstag, im Deutschen Kaiserreich gefeiert.
Obwohl die französische Armee bereits im Spätsommer 1870 besiegt worden war, führte Frankreich als Republik den Krieg weiter und war erst nach einer Belagerung von Paris im Frühjahr 1871 zum Friedensschluss bereit. Der König von Preußen, Wilhelm I., wurde am 18. Januar 1871 im Versailler Spiegelsaal zum Deutschen Kaiser proklamiert. Der „Siebziger Krieg“ mündete schließlich in der Reichsgründung. Gleichzeitig fielen die französischen Gebiete Elsass und Lothringen an das Deutsche Kaiserreich. Maximilian Eckhardt























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