Forschung in Mainz: Kräuter aus China sollen wirken
Mainz - Mainzer Forscher wollen beweisen, dass die Pflanzenheilkunde in der Traditionellen Chinesischen Medizin tatsächlich wirksam ist. Pharmazeuten der Johannes Gutenberg-Universität wollen zusammen mit chinesischen Wissenschaftlern zeigen, wie die Heilkräuter genau wirken und helfen.
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat eine jahrtausendealte Tradition und ist seit einiger Zeit auch im Westen zunehmend verbreitet. Die Wissenschaftler hoffen, bei ihren Forschungen auch neue Wirkstoffe zu finden, die besonders in der Tumortherapie dringend benötigt werden. „Zwei Drittel aller Krebsmedikamente, die in den vergangenen 50 Jahren auf den Markt gekommen sind, basieren auf Naturstoffen“, erklärt Professor Dr. Thomas Efferth von der Uni Mainz. „Weil sich in der Krebstherapie häufig Resistenzen entwickeln und starke Nebenwirkungen auftreten, müssen wir beständig nach neuen Wegen suchen.“
Die TCM mit ihrer 5000-jährigen Tradition eigne sich für diese Suche mehr als jede andere Naturmedizin. Sie kennt 5000 bis 6000 Pflanzen, die oft auch als Kräutermixturen therapeutisch verwendet werden. Aus dieser Vielzahl die auszusuchen, die tatsächlich messbare Effekte versprechen, wird Aufgabe der chinesischen Partner sein.
Die Zhejiang Chinese Medical University in Hangzhou hat Efferth, Leiter der Abteilung für Pharmazeutische Biologie am Institut für Pharmazie und Biochemie, für fünf Jahre zum Gastprofessor ernannt. Er untersucht seit einigen Jahren Heilpflanzen in China und ist davon überzeugt, dass die chinesische Phytotherapie nicht nur auf Placebo-Effekte zurückzuführen ist, sondern tatsächlich eine nachweisbare Wirkung hat. Bei der neuen Kooperation wird es vor allem darum gehen, den genauen Wirkmechanismus aufzuzeigen – wie er bei den meisten einheimischen Kräutern bereits bekannt ist.























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