Islamist Pierre Vogel wird im Westerwald predigen
Westerwaldkreis - Der radikal-islamistische Prediger Pierre Vogel wird nach Informationen unserer Zeitung am 29. Mai in der Moorsberghalle in Höhr-Grenzhausen (Westerwaldkreis) predigen. Das bestätigte der Pächter der Halle.
Der umstrittene Prediger will am letzten Sonntag im Mai in der Kannenbäckerstadt fünf Stunden zum Thema "Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet" vortragen. "Pierre Vogel ist ein faszinierender Mensch. Er wird über den Islam sprechen. Das ist völlig in Ordnung", sagte der Hallenpächter, der sich als Ausrichter türkischer Hochzeiten überregional einen Namen gemacht hat. Dadurch sei der Kontakt zustande gekommen.
Der 32-jährige Vogel, der als einer der einflussreichsten Figuren der islamistischen Szene in Deutschland gilt, hatte die Veranstaltung in einer Videobotschaft auf seiner Internetseite angekündigt, dabei aber den Veranstaltungsort aus taktischen Gründen bewusst geheim gehalten. Angekündigt ist die Versammlung hier für den Raum Koblenz. Nun ist durchgesickert, dass Pierre Vogel in Höhr-Grenzhausen sprechen wird.
Polizei und Kreisverwaltung sind darüber informiert, halten sich jedoch noch bedeckt. Derzeit gebe es "beratende Gespräche" zwischen Innenministerium, Verfassungsschutz, Kreisverwaltung und den Polizeibehörden vor Ort über das weitere Vorgehen, heißt es vonseiten des Polizeipräsidiums Koblenz und der Polizeidirektion Montabaur. Gegen die Versammlung der Radikalen regt sich bereits jetzt heftiger Widerstand in Teilen der Bevölkerung. Fundamentalismus-Kritiker haben für den 29. Mai eine Gegendemonstration in Höhr-Grenzhausen angekündigt.
"Die Kreisverwaltung als zuständige Versammlungsbehörde prüft derzeit, ob es baupolizeiliche Auflagen für die Großveranstaltung geben wird", bestätigte der Pressesprecher des Westerwaldkreises, Karl Kahn. Genehmigungspflichtig ist die Großveranstaltung laut rheinland-pfälzischem Versammlungsgesetz nicht, da das Treffen in einer geschlossenen Halle stattfindet. Auf der Internetseite von Pierre Vogel haben bei einer Online-Abstimmung inzwischen 1217 Nutzer per Klick ihr Kommen angekündigt, die Moorsberghalle ist aber baurechtlich nur für 800 Personen zugelassen. "Es wird am Montag ein Treffen im Mainzer Innenministerium mit der Polizei und Vertretern des Westerwaldkreises geben. Hier soll besprochen werden, welche Auflagen für die Veranstaltung gemacht werden und wie diese in der Praxis umzusetzen sind", sagte Kahn. Zugleich werde festgelegt, unter welchen Bedingungen die Gegendemonstration stattfinden kann und wie weit die Bannmeile um die Halle gelegt wird.























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