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Einer Womrather Familie auf der Spur

Womrath/Brasilien - Während des Deutsch-Französischen Kriegs starben viele Hunsrücker an der Front und damit auch die Hoffnungen auf Nachkommen. In einigen Fällen erlosch mit dem Ableben eines einzigen Soldaten wenige Jahre später ein ganzer Familienzweig.

Der Heimatforscher Heinrich Augustin hält ein historisches Foto in Händen. Es zeigt das Elternhaus von Jacob Klein in Womrath.  
Maximilian Eckhardt

Dieses Schicksal traf auch den beschaulichen Hunsrückort Womrath: Mindestens vier Dorfbewohner fielen im Siebziger Krieg, einer von ihnen war der junge Soldat Jacob Klein. Er hatte am 29. August 1840 in seinem Elternhaus an der Hauptstraße 29 im Oberdorf das Licht der Welt erblickt. Im Alter von knapp 30 Jahren zog er als Sergeant – vergleichbar mit dem Rang eines Feldwebels der Bundeswehr – gegen Frankreich zu Felde.

Der Name des Womrathers tauchte im März 1871 auf einer Verlustliste in der Hunsrücker Zeitung auf. Da über den Verbleib seiner Brüder nichts bekannt ist und auch seine Schwester Maria Katharina kinderlos blieb, war damit das Ende dieses Klein'schen Familienzweigs besiegelt – zumindest in Deutschland, wie der aus Womrath stammende Heimatforscher Heinrich Augustin im Gespräch mit unserer Zeitung verdeutlicht: Denn bereits Jahre zuvor hatten sich gleich mehrere Vorfahren des gefallenen Soldaten Jacob Klein im fernen Brasilien niedergelassen und auch fortgepflanzt – einer von ihnen war Jacob Kleins Taufpate. Er hieß Johann Georg Klein. Gemeinsam mit seinen drei Schwestern und Brüdern suchte der im Mai 1822 in Womrath Geborene das Glück in der Fremde.

Er landete schließlich im Jahr 1852 in Sapiranga Rio Grande do Sul. Dort fand er eine Anstellung als Lehrer und gründete mit seiner Frau Catharina Mentz eine Familie. „Insgesamt hatte das Ehepaar sechs Kinder, von denen die Söhne den Namen dieser Womrather Klein-Linie weiterführten“, erklärt Augustin, der sich seit vielen Jahren intensiv mit der Hunsrücker Auswanderungswelle gen Südamerika beschäftigt.

Johann Georg Klein führte in Brasilien jedoch kein unscheinbares Leben, da er einer mysteriösen Sekte, den sogenannten Muckern, die in der Bevölkerung keine allgemeine Akzeptanz fand, angehört haben soll. „Ihm und sechs weiteren Angeklagten wurde deshalb 1876 der Prozess gemacht. Die Haftstrafe betrug 23 Jahre und vier Monate“, berichtet Heimatforscher Augustin weiter.

Nach der Gefängnisstrafe zog Johann Georg Klein mit seiner Familie nach Novo Hamburgo, wo er zurückgezogen gelebt haben soll. Nach einem letzten Wohnungswechsel starb der Hunsrücker am 6. Oktober 1915 in der Stadt Canoas. Der Nachkommenschaft der Womrather Kleins in Brasilien ist Heinrich Augustin derzeit auf der Spur. Maximilian Eckhardt

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