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Der Layenhof soll nicht zu "Mainz 21" werden

Layenhof - Sanfte und durchdachte Entwicklung oder Abriss- und Profitprojekt der Stadt?

Über die Zukunft des fast vergessenen Stadtteils Layenhof diskutierten OB-Kandidat Michael Ebling und Bundestagsabgeordneter Michael Hartmann (beide SPD) gemeinsam mit rund 100 Anwohnern jetzt beim "Forum Layenhof". Dabei machten beide Seiten deutlich, dass nur ein gemeinsamer Dialog zwischen Politik und Bewohnern etwas zum Positiven für den Layenhof verändern kann. Moderator Alexander Chatzigeorgiou, der selbst einer der rund 450 Layenhof-Bewohner ist: "Wir wollen kein ,Mainz 21' wir wollen einen Konsens erreichen."

Nicht alle Gebäude auf dem Layenhof seien zu halten, betonte Hartmann. Der Entscheidungsträger über die Zukunft des Stadtteils sei der Zweckverband Layenhof, dem Vertreter des Mainzer Stadtrates und des Wackernheimer Gemeinderates angehören. Den Vorsitz hat wechselweise der Mainzer OB oder die Wackernheimer Ortsbürgermeisterin. Ausführendes Organ ist die Mainzer Grundstücksverwaltungsgesellschaft GVG, die den Layenhof betreut.

Wolfgang Schäfer von der Interessengemeinschaft Layenhof und der Ehrenvorsitzende des Luftfahrtvereins Hermann Kuhn klagten, dass der Zweckverband zuletzt nur einmal im Jahr tagte. Bewohner seien nicht eingeladen gewesen. Über die Köpfe der Betroffenen hinweg sei im November der Abriss der Gebäude 5807 und 5833 beschlossen worden. Betroffen sind Künstlerateliers, Proberäume für rund 45 Bands sowie die Schule für Clowns, die jetzt nach Wiesbaden umziehen will. Unklar bleibt, wie stark der Schimmelbefall in den beiden Gebäuden ist. Zwei Künstler beteuerten, dass ihre Ateliers keinerlei Schimmel haben.

OB-Kandidat Ebling schwärmte vom Charme des "sozialen Dorfs" Layenhof mit seiner eigenständigen, selbst bestimmten Art. Diesen Charme gelte es zu bewahren. Notwendig seien eine genaue Prüfung der baulichen Substanz, eine Bestandsaufnahme mit Augenmaß sowie die Entwicklung eines Masterplans für 10 bis 15 Jahre. Ebling: "Wir sollten weder mit Kündigungen noch mit der Abrissbirne rangehen." Um zu einem einvernehmlichen Ergebnis zu kommen, sollte der Zweckverband öfters tagen und den Initiativen ein Rederecht einräumen, forderten Ebling und Hartmann unisono.

Das letzte Wort hatte IG-Sprecher Schäfer. "Wir sind ein funktionierender Stadtteil", betonte dieser. "Bei uns wird schon lange nicht mehr über Integration geredet, bei uns wird Integration gelebt." Oliver Gehrig

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