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Bernie Ecclestone im RZ-Interview: Die Formel 1 soll am Ring bleiben

Nürburgring. Bernie Ecclestone polarisiert für sein Leben gern. Nur wenige sind so unbeliebt und werden zugleich so bewundert wie der große Zampano der Formel 1.

Formel 1-Boss Bernie Ecclestone
dpa

 

Aber nun, unter dem traditionell grau verhangenen Eifel-Himmel, setzt der 80-jährige Brite sein warmherzigstes Lächeln auf und bekennt im Interview mit unserer Zeitung: „Ich bin sehr optimistisch, dass die Formel-1-Tradition auf dem Nürburgring weitergeht.“ Mehr noch: „Ich werde mein Bestes geben, damit wir hierbleiben!“

 

Seit einer Woche kreisen die Geier über der Formel 1 an der Eifel-Rennstrecke. Rund 13 Millionen Euro Verlust machen die Betreiber, wenn der Formel-1-Zirkus seine Zelte hier aufschlägt. Vermarkter Ecclestone bekommt rund 20 Millionen Euro und alle Werbe- und TV-Rechte, der Kartenverkauf spült aber nur 7 Millionen Euro in die Kassen. Das satte Defizit hat bisher das Land ausgeglichen. Doch Rot-Grün will diese Summe nicht mehr aufbringen. Die grüne Wirtschaftsministerin Eveline Lemke wollte den Hahn zunächst sogar ganz zudrehen. Zugleich soll das Prestigerennen aber am Ring gehalten werden. Deshalb blickt nun alles auf Bernie Ecclestone. Doch der sagt: „Bislang ist von der Landesregierung niemand zu Gesprächen auf mich zugekommen.“

 

Ohnehin lässt er sich von der Unruhe nicht anstecken, spaziert gut gelaunt durch das Fahrerlager, nimmt sich Zeit für einen Plausch. Die Rhein-Zeitung lädt er dafür in sein mobiles Heim ein – helle Farbtöne, dezentes Licht, Aktienwerte laufen über den riesigen Bildschirm hinter dem Schreibtisch.

Unserem Redakteur Peter Lausmann sagte Bernie Ecclestone (re): "Ich bin optimistisch, dass am Nürburgring weiter Formel 1 gefahren wird. Ich werde mein Bestes geben, dass wir hier bleiben."
Peter Lausmann

 

Ecclestone denkt wirtschaftlich: „Der deutsche Markt ist für die Formel 1 sehr wichtig. Nicht nur weil es neben Michael Schumacher noch andere gute Fahrer gibt“, sagt er mit britischem Humor. Und dazu gehören auch Nürburgring und Hockenheim. Dem zweiten deutschen Formel-1-Kurs hat Ecclestone vor zwei Jahren mit einem Millionenrabatt die Zukunft gerettet. Auch ein Modell für den Nürburgring? Der 80-Jährige lächelt schelmisch: „Wie kann ich einen Rabatt geben, wenn noch gar kein Vertrag besteht?“ Aber wo liegt für ihn die Schmerzgrenze? Wie weit würde er runtergehen? „Es ist zu früh, darüber zu sprechen, aber ich bin mir sicher, dass uns etwas einfallen wird – wie zuletzt in Ungarn.“ Dort hatte Ecclestone den Basissatz heruntergesetzt, um ihn dann wieder pro Jahr um 10 Prozent steigen zu lassen. Ein Modell, das bis 2007 auch am Ring galt.

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