Grenzau
Die Welt ist manchmal klein - Tischtennis-Teams USA und Kanada treffen sich zufällig in Grenzau

Ex-Grenzauer Stefan Feth ist Nationaltrainer in den USA

Tom Neumann

Grenzau. Die Welt ist klein. Manchmal zu klein. Da bereitet sich die Tischtennis-Nationalmannschaft der USA im idyllischen Brexbachtal am Olympiastützpunkt in Grenzau auf die anstehende Team-Weltmeisterschaft in Dortmund vor – und trifft im gleichen Hotel ausgerechnet auf die Rivalen aus Kanada.

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Grenzau. Die Welt ist klein. Manchmal zu klein. Da bereitet sich die Tischtennis-Nationalmannschaft der USA im idyllischen Brexbachtal am Olympiastützpunkt in Grenzau auf die anstehende Team-Weltmeisterschaft in Dortmund vor – und trifft im gleichen Hotel ausgerechnet auf die Nationalmannschaft aus Kanada.

Eine gesunde Rivalität verbindet die beiden Nationen – doch das wäre noch nicht genug der Brisanz: Ausgerechnet die USA und Kanada treffen Ende April in Übersee bei der Olympia-Qualifikation aufeinander. Man einigte sich darauf, die Trainingsstätte in Grenzau nicht gemeinsam zu nutzen, was aber nicht verhindert, dass die Teams den einen oder anderen verstohlenen Blick auf den Rivalen werfen. Mittendrin im Geschehen ist übrigens auch ein Deutscher: der Ex-Grenzauer Stefan Feth ist Nationaltrainer in den USA.

„Ich habe hier lange Jahre gespielt und trainiert, bin hier quasi aufgewachsen“, sagt der in Lahnstein geborene Feth, der in der kommenden Woche seinen 32. Geburtstag feiert. „Ich kenne hier alles und weiß, dass ich in Grenzau optimale Bedingungen vorfinde für meine Mannschaft.“ Knapp eine Woche lang bereiten sich Feth und sein Team im Brexbachtal auf die anstehende Team-Weltmeisterschaft in Dortmund vor – am Sonntag starten dort die Wettkämpfe. „Wir sind an Position zwei in Division drei gesetzt“, sagt der Nationaltrainer. „Das ist ein bisschen enttäuschend, aber es wird nach Weltranglistenpositionen aufgestellt. Und da meine Spieler kaum international aktiv sind, sind wir auch in der Team-Weltrangliste abgerutscht.“

Sportlich aber, davon ist Feth überzeugt, gehört sein Team in die zweite Division. „Wir sind gut in Form“, sagt er mit Blick auf die aktuellen Trainingseindrücke. Mit einem jungen Kader geht er die anstehende WM an. „Das Team ist in der Tat sehr jung, aber dafür haben wir zum ersten Mal einen Kader ausschließlich mit Spielern, die in den USA geboren sind. Vier von ihnen sind Profis, die Nummer fünf geht noch zur Schule. Im Olympiajahr wird viel investiert, alle träumen von den Spielen in London.“ Auf dem Weg dorthin wartet unter anderem Kanada – richtig, die Zimmernachbarn aus dem Hotel.

Seit sechs Jahren ist Feth jetzt schon als Trainer in den USA aktiv. „Ich habe es bisher noch nie bereut. Die Lebensqualität in den USA ist eine ganz andere. Ich weiß nicht, ob ich noch einmal zurückkomme.“ Ungewohnt sind hingegen die Trainingsmöglichkeiten in den Staaten. Denn wirklich oft sieht Feth seine Nationalspieler nicht. „Das Land ist einfach zu groß, du fliegst sechs Stunden von Küste zu Küste. Daher nutzen wir die Trainingslager zur intensiven Arbeit im sportlichen Bereich, aber auch für eine gute Stimmung im Team.“

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