Bundestrainer Ron Weigelt macht unmissverständlich klar: Sören Kah muss für Olympia-Ticket 2:12 laufen
Leichtathletik - Die besten Leichtathleten der Welt kämpfen seit Donnerstag im südkoreanischen Daegu um Weltmeister-Titel. In Frankfurt und rund um Birlenbach-Fachingen spult derweil Sören Kah von der LG Lahn-Aar-Esterau ein enorm hohes Trainingspensum ab, um sich für sein Marathondebüt am 30. Oktober in der Mainmetropole vorzubereiten. Ron Weigel ist als Marathon-Bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) schon seit Tagen in Daegu. Für unsere Zeitung hat er sich Zeit genommen, um einen Blick nach vorne zu werfen - Richtung Olympische Sommerspiele 2012 in London, die auch das Traumziel von Sören Kah sind.
Herr Weigel, Sören Kah hat in dieser Saison auf Strecken zwischen 5000 Metern und Halbmarathon zwei sechste und zwei siebte Plätze bei deutschen Meisterschaften erreicht. Ist er damit in den Fokus des DLV gerückt?
Sören hat mit seinen Resultaten gute Anschlussleistungen gezeigt. Aber er muss sich deutlich steigern, um seine Ziele zu verwirklichen.
Kah ist sicherlich ein Talent, aber mit 29 Jahren auch nicht mehr jung. Spielt das Alter im Langstreckenbereich eine Rolle oder zählt allein die Leistung?
Es zählt die Leistung, eine positive Leistungsentwicklung. Das Alter ist zweitrangig.
Welche Chancen hat ein Athlet, der erst mit Mitte 20 wieder zur Leichtathletik zurückgekehrt ist, im DLV? Ist er ein Kandidat für einen Platz im Nationalkader?
Das hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig sind Kooperation und Austausch auf allen Ebenen mit dem Bundestrainer. Grundsätzlich setze ich ein hohes Anspruchsdenken in Fragen der Trainingsmethodik voraus. Ein Athlet mit hohen, aber realistischen Zielen, der willig ist, höchste Trainingsanforderungen umzusetzen, bringt gute Voraussetzungen mit. Da ich Sören noch nicht persönlich kenne, kann ich ihn auch momentan nicht einschätzen.
Welche Rolle spielt es, dass Kah erst gut ein Jahr vor den Spielen in London bei der Nada angemeldet worden ist?
Er wurde auf Bitten seines Landesverbandes in den Testpool aufgenommen. Somit ist eine Kontrolle seiner Trainings- und Wettkampfleistungen gegeben.
Die Jahresbestzeiten im Marathon von Jan Fitschen und Stefan Koch liegen bei 2:20 Stunden - und damit acht Minuten über der Norm des DLV. Welche Chancen sehen Sie, dass ein deutscher Läufer die gesetzte Norm erreichen kann?
Lassen wir mal die von Ihnen genannten Athleten und Zeiten außen vor. Es werden im Herbst schnellere Zeiten von deutschen Läufern erzielt, und ich hoffe schon, dass mindestens ein Athlet in Richtung Olympia-Norm laufen wird.
Die A-Norm der IAAF liegt bei 2:15 Stunden, die B-Norm bei jenen 2:18 Stunden, die Sören Kah für Frankfurt angekündigt hat. Warum liegt die Norm des DLV deutlich unter diesen Zeiten?
Weil die olympischen Spiele keine Dorfmeisterschaften sind. Olympia-Teilnehmer sollen Weltniveau besitzen und es auch dort zeigen. Selbst die deutsche Olympia-Norm von 2:12 Stunden ist nur eine Anschlussleistung in Richtung Weltniveau, so brutal muss man es sagen. Ein Athlet mit einer 2:15er Zeit rangiert weit unten in der Weltbestenliste und gehört einfach nicht in einen olympischen Wettkampf.











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