Tennis ist viel mehr als Vor- und Rückhand
Tennis - Vor zwei Jahren nahm die "Base-Tennisschule" mit drei Kindern ihre Arbeit in unserer Region auf, inzwischen spielen und trainieren 150 Kinder und Jugendliche vor allem in Ransbach-Baumbach und Staudt unter der Anleitung des sechsköpfigen internationalen Trainerteams aus Australien, Brasilien, Venezuela, Bulgarien und Rumänien.
Diese Trainer haben allesamt mit einem Stipendium in den USA studiert und wollen dank guter Kontakte diese Hilfe auch möglichst vielen ihrer Schützlinge zukommen lassen. Derzeit sind bereits Daniel Heibel aus Staudt und Alexander Mitric an der Murray-State-University in Kentucky, in diesem Jahr folgen Nikola Mitric sowie der aus England stammende und seit einigen Jahren in Montabaur lebende Ryan Frankel, der nach Nebraska gehen wird.
Leiter der Tennisschule ist der 29-jährige Australier Rodney Rapson. Er tourte als Jugendlicher mit einem australischen Tennisteam durch Europa. Er spielte dann als 17-Jähriger für den TC Montabaur und lernte Rüdiger Klapthor kennen, den er als seinen "europäischen Vater" bezeichnet. Rapson wohnte in dessen Familie und hat inzwischen eine Frau aus Montabaur geheiratet. Zwischenzeitlich leitete er vier Jahre lang eine Tennis-Akademie in London. Von dort kommen noch immer Kinder in den Westerwald, wie die beiden Mitric-Brüder, um hier mit ihm und seinem Team zu arbeiten. Das machen übrigens auch die erfolgreichen Spieler der ersten und zweiten Mannschaft des TC Montabaur, obwohl Rapson nicht verschweigt, dass es einige Irritationen zwischen seiner Tennisschule und den Montabaurer Vereinsjugendtrainern gibt.
Mit acht Vereinen arbeitet die Base-Tennisschule zusammen, und die Erfolge können sich sehen lassen. In 18 Monaten wurden fünf Rheinland-Pfalz-Titel geholt. Fünf Kinder sind im Rheinland-Pfalz-Kader. Das heißt, dass sie sowohl in der Tennisschule als auch im Leistungszentrum in Koblenz-Karthause trainieren.
Noch wichtiger als die leistungsorientierte Komponente ist Rapson und seinem Team aber der erzieherische und soziale Leitfaden. "Wir wollen die Kinder inspirieren und motivieren", so Rapson, "so wie unser Trainerteam es mit dem durch den Tennissport ermöglichten Stipendium in den USA selbst erlebt hat. Tennis ist mehr als nur Vor- und Rückhand, der Tennissport soll ihr Leben positiv verändern."
Und so basiert das Konzept der Base-Tennisschule auf zwei Säulen und unterscheidet von Beginn an zwischen leistungsorientierten Spielern und Hobbyspielern, wobei Quereinstiege und Wechsel möglich sind. "Wir haben verschiedene Gruppen, und jedes Kind wird in die jeweils passende eingefügt." Es beginnt mit dem Fundament, dass aus der Zusammenarbeit mit Schulen, dem Bambinitennis, der Talentsichtung und Nachwuchsförderung besteht - und es endet später im Idealfall als Tennisprofi oder als Student mit einem Stipendium auf Sportbasis.










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