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Kah macht's noch einmal: Wieder Sechster bei DM

Leichtathletik - Trainer Lutz Preußner hatte im Vorfeld der deutschen Langstrecken-Meisterschaft Bedenken. Würde sich sein Vorzeigeschüler Sören Kah in einem schnellen 10 000-Meter-Rennen wirklich zügeln können, um mit zwei nahezu gleichen Hälften ein optimales Ergebnis rauszuholen? Er konnte. Kah, der 29-Jährige Top-Athlet der LG Lahn-Aar-Esterau, stellte am Samstagabend in Essen seine gewachsene Rennerfahrung unter Beweis, hielt sich lange zurück und wurde mit dem sechsten Platz und der hervorragenden Zeit von 30:16,12 Minuten belohnt.

Wieder deutsche Meisterschaft, wieder Platz sechs: Sören Kah ist auf den Geschmack gekommen, auch auf der 10 000-Meter-Distanz reihte sich der 29-Jährige im Feld der nationalen Spitzenläufer ein. Foto: Marco Rosbach
Marco Rosbach

Zwei Monate nach Platz sieben bei der Cross-DM in Löningen und nur drei Wochen nach Platz sechs bei der Halbmarathon-DM von Griesheim hat der Athlet aus Birlenbach-Fachingen bereits zum dritten Mal in diesem Jahr gezeigt, dass er im erlesenen Feld der besten Langstreckenläufer der Republik angekommen ist. "Es war ein klasse Rennen", sagt Kah. "Dabei habe ich zunächst recht weit hinten gelegen. Das war schon komisch." Nach einem schnellen ersten Kilometer, den das Feld bei sommerlichen Temperaturen deutlich unter drei Minuten runtergespult hatte, nahm der Fachinger Tempo raus, ließ einige Konkurrenten passieren, ohne unruhig zu werden. "Das war die richtige Entscheidung. So habe ich schnell eine Gruppe gefunden, in der ich mein Tempo laufen konnte."

An der Spitze gab einer den Takt vor, den Kah in Griesheim immerhin 15 Kilometer lang begleitet hatte. Musa Roba-Kinkal übernahm in der dritten Runde die Führung und blieb das Maß der Dinge. In 29:22,02 Minuten sicherte sich der Zweite von Griesheim den Titel. Dass Kah in diese Sphären nicht würde eindringen können, war klar. Umso wichtiger war es, dass er sich nicht von der Abteilung Hochgeschwindigkeit anstecken ließ. So erreichte er das Ziel exakt in der Mitte jenes Korridors, den sein langjähriger Trainer Lutz Preußner prognostiziert hatte - zwischen 30:00 und 30:30 Minuten. "Zwar dachte ich, dass es für Platz fünf reicht, aber auch da war Sören ja dicht dran", so der Coach.

Viel vorgenommen für Essen hatte sich auch Michelle Jax. Die 19-jährige Bad Emserin musste wegen Krankheit aber kurzfristig auf einen Start über 5000 Meter bei der Weiblichen Jugend verzichten. "Ich war jeden Tag beim Arzt, aber leider war da nichts zu machen", sagt die 19-Jährige enttäuscht. "Das ist ärgerlich, vor allem, wenn man sich die Zeiten ansieht." Der fünfte Platz, das Minimalziel, wäre Jax an einem normalen Tag sicher gewesen, "und eigentlich auch noch viel, viel mehr", wie die junge Athletin des TV Bad Ems weiß. Jetzt gilt es, wieder fit zu werden und für die nächsten großen Ziele zu trainieren. Jax: "Zum Glück starte ich im August noch bei der Jugend-DM."

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