Gegen Schlusslicht SVH Kassel ist alles andere als ein Sieg für den TuS Holzheim indiskutabel
Handball - Bärenstark, aber am Ende beim 34:35 gegen den Titelkandidaten SG Wallau vom Glück verlassen, eine Woche später beim Mitkonkurrenten TSV Vellmar mit 31:38 unter die Räder gekommen - die Oberligahandballer des TuS Holzheim haben zuletzt ihren Anhängern ein wahres Wechselbad der Gefühle geboten und sich selbst gehörig in die Bredouille gebracht. Am Samstagabend aber gibt es angesichts des viertletzten Tabellenplatzes, der am Ende der Runde nahezu garantiert den Abstieg in die Landesliga bedeuten würde, kein Wenn und kein Aber: Im Heimspiel gegen den Tabellenletzten SVH Kassel (Anwurf: 19.30 Uhr) ist alles andere als ein Sieg für die Ardecker indiskutabel.
Allerdings sollten Christoph Stahl und Co. die Sportvereinigung Harleshausen nicht an deren Auftritt beim ersten Kräftevergleich messen. Denn beim überraschend deutlichen 35:24-Auswärtserfolg erwies sich der TuS als in allen Belangen überlegen, das einmal mehr völlig neu formierte Ensemble des Drittliga-Absteigers stellte keine allzu hohe Hürde für die Rheinland-Pfälzer dar. Doch inzwischen haben die Nordhessen personell nachgelegt und wollen mit einem Husarenritt das unmöglich Scheinende doch noch erzwingen. Der Bosnier Faruk Tataraga, ein 40-jähriger Zwei-Meter-Mann, kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück, zudem kam Jugend-Nationalspieler Sven Suton aus dem benachbarten Baunatal zum SVH. Doch die Bäume wachsen dennoch nicht in den Himmel. Dem 28:23-Coup gegen den TV Reinheim - es war bis dato das einzige Erfolgserlebnis in dieser Runde - folgte am vergangenen Wochenende eine 24:38-Abfuhr in Wallau. Somit könnte die Aufbruchstimmung beim schon abgeschlagenen Träger der Roten Laterne schnell wieder beendet sein.
Die Holzheimer ihrerseits sehen sich nach mehr Kontinuität in ihrem Spiel. Die muss schleunigst her, um die Weichen für den Saisonendspurt richtig zu stellen. Denn eine Woche nach dem Heimspiel gegen das Schlusslicht tritt der TuS beim ebenfalls akut vom Abstieg bedrohten Neuling SG Stockstadt/ Mainaschaff an. Werden die fest eingeplanten vier Zähler dem Konto gutgeschrieben, sieht die Handball-Welt für die Ardecker schon wieder viel freundlicher aus. Wenn nicht, dann droht dem TuS nach siebenjähriger ununterbrochener Zugehörigkeit zum hessischen Oberhaus der Sturz in die Landesliga, was den Verein gerade wegen seiner ausgezeichneten Jugendarbeit enorm zurückwerfen könnte.
Besonders langjährige Leistungsträger wie Manuel Herold, Christoph Ohl, Christoph Stahl und der frisch gebackene Vater Frank Dittmar sind in dieser kritischen Phase gefragt, zumal die Holzheimer Youngsters bei allem Talent nicht so weit sein können, um tragende Rollen zu spielen.
TuS-Trainer Heiko Ohl fordert natürlich vier Punkte aus den kommenden beiden Partien, will aber die Ausgangslage nicht unnötig dramatisieren. "Wir stehen schon seit dem Herbst gerade in den Heimspielen unter Druck und müssen Punkte holen. Die Kasseler hingegen können als Tabellenletzter ja fast befreit aufspielen."









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