Mayens Trainer holt zum Rundumschlag aus
Rheinlandliga - Den Wiedereinstieg in die Meisterschaft nach der Winterpause hatte sich Martin Sek, der Trainer des Fußball-Rheinlandligisten TuS Mayen, sicher anders vorgestellt. Gegen die SG Stadtkyll, die auf dem Kunstrasenplatz im Nettetal vor 287 Zuschauern beileibe kein Feuerwerk abbrannte, kam der TuS nicht über ein mageres 1:1 (0:1) hinaus.
Die TuS-Fans staunten nicht schlecht, als sie feststellten, dass mit Frederik Heusel und Yannik Distelrath sowie mit Simon Berresheim und Bastian Thielen gleich vier Akteure in der Startformation standen, die dort nicht unbedingt erwartet wurden. Der angeschlagene Leonid Merling wurde geschont, Johannes Grober wirkte mit Magen-Darm-Infekt nur in der Schlussphase mit. Drei andere Stammkräfte, Stephan Schikora, Kevin Lahn und Hervé Loulouga, drückten überraschend die Bank. Sek klärte auf: "Teambuilding beginnt bei uns im Training. Wenn einige aber nicht trainieren, dann schwächen sie die Mannschaft. Einige müssen aufwachen, ich bin sogar froh, dass wir nicht gewonnen haben. Ansonsten wäre alles kleingeredet worden." Während Lahn und Schikora nur selten beim Training waren, nahm es Loulouga nicht immer mit der Pünktlichkeit genau. Auch zum vereinbarten Treffpunkt vor dem Spiel kam er 15 Minuten zu spät. "Wir sind hier nicht in der Kreisliga. Was ich heute aber gesehen habe, das tut in den Augen weh. Und am Dienstag werde ich jedem Spieler in die Augen schauen und dann sehen, wer fit ist", so Sek. Denn bereits am Mittwoch (19.30 Uhr) gastiert der TuS im Rheinlandpokal beim Bezirksligisten SG Eintracht Mendig/Bell. Deren Trainer Wolfgang Müller machte sich am Samstag selbst ein Bild vom TuS und dürfte dabei nur wenig Angst eingeflößt bekommen haben.
Denn Mayen diktierte zwar vom Anpfiff weg das Geschehen, Torgefahr strahlte zunächst aber nur Damit Mrkalj aus (14., 15.). Mit ihrem ersten und einzigen Angriff gingen aber die Gäste in Führung: Marcel Winkels schloss eine scharfe Hereingabe von Sebastian Klinkhammer ab - 0:1 (22.). Sek reagierte, begnadigte Schikora und Lahn nach nur 36 Minuten. Fortan wirkte Mayen zielstrebiger und gefährlicher. André Marx (47.), Schikora (50., 52.) und Berresheim am Außennetz (54.) scheiterten knapp, den Ausgleich besorgte dann Marx nach einem Freistoß von Lahn, als er den Ball am zweiten Pfosten endlich über die Linie drückte (64.).
Danach hatte der TuS zwar gefühlte 90 Prozent Ballbesitz, aber keine Großchancen mehr. Stadtkyll drosch die Bälle nur noch aus der Gefahrenzone. "Das hatte was von Handball", analysierte Grober treffend. Und so blieb es beim 1:1 - sehr zur Freude des Stadtkyller Trainers Markus Kranz: "Spielerisch gehört der TuS zu den Top-Drei der Liga, da können wir nicht mithalten. Mithalten können wir aber kämpferisch, und deshalb haben wir uns den Punkt auch verdient. Das Mayener Tor fiel nach einem Standard, anders wäre heute auch nichts angebrannt." Auch das sagte bereits viel über den Auftritt des TuS aus.
Von unserem Mitarbeiter
David Geisbüsch











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