FC Karbach holt Talent Marc Thönnes von der SG Zell
Rheinlandliga - Der Fußball-Rheinlandligist FC Karbach hat auf die Abgänge von Sven Jakobs (zum Bezirksligisten FC Metternich) und Dogan Cevik (zum Koblenzer A-Klässler Anadolu Spor) reagiert und den offensiven Mittelfeldspieler Marc Thönnes vom West-Bezirksligisten SG Zell/Bullay/Alf verpflichtet. Der 20-jährige Treis-Kardener hat beim FCK bereits unterschrieben, allerdings fehlt noch die Freigabe der Moselaner. Bleibt es beim "Nein" der Zeller, würde Thönnes sechs Monate gesperrt werden - und wäre erst in der kommenden Saison für den FCK spielberechtigt.
In der Transferperiode im Winter sind die Ablösesummen im Amateurbereich bekanntlich frei verhandelbar. Ein konkretes Karbacher Angebot an Zell hat es noch nicht gegeben, auch weil die Moselaner direkt abgeblockt haben. "Zell will Marc nicht freigeben, das heißt, er würde sechs Monate gesperrt werden. Aber wir haben ja noch sechs Wochen Zeit", sagt Karbachs Vorsitzender Daniel Bernd, für den solche "Hängepartien im Winter" nicht Neues sind. Schon bei Transfers in den Vorjahren zogen sich die Verhandlungen nahe an den Stichtag am 31. Januar hin.
"Ohne unsere Freigabe kann Marc nicht wechseln", sagt der Sportliche Leiter der SG Zell, Christoph Braun. Er hofft, dass durch die Verpflichtung von Manfred Mähser als Trainer (siehe Bericht auf dieser Seite) Thönnes doch noch bleibt: "Wir versuchen ihn umzustimmen, denn er war ein wichtiger Spieler bei uns."
Doch das dürfte vergebene Liebesmühe sein, durch seine Unterschrift in Karbach hat der Linksfuß ein klares Bekenntnis abgegeben: Thönnes verlässt den Tabellenvorletzten der Bezirksliga West nach nur fünf Monaten. Der Youngster war im Juli vom B-Nord-Klub TuS Treis-Karden, für den er in der Vorsaison 16 Tore schoss, moselaufwärts nach Zell gewechselt - zusammen mit seinem Bruder Kai (früher SG Mörschbach). Letztgenannter hatte Zell als Trainer übernommen - und musste bereits Ende November nach einer Niederlagenserie seinen Hut nehmen. "Marc kam hauptsächlich wegen seinem Bruder zu uns", weiß auch Braun. "Aber trotzdem hätte ein Wechsel im Winter in unserer sportlichen Situation einen faden Beigeschmack."
Dass Thönnes sechs Monate gesperrt wird, daran glaubt Braun aber nicht: "Wechselt er, dann greifen die üblichen Mechanismen. Mit einer Sperre ist allen Beteiligten nicht geholfen. Aber eines ist klar: Für einen Apfel und ein Ei wechselt er bestimmt nicht nach Karbach."
Eine Einigung mit Zell käme Daniel Bernd sehr gelegen. Gegenüber dem Saisonstart ist der Karbacher Kader derzeit von 20 Mann auf 13 Akteure geschrumpft. Jakobs und Cevik sind weg, Sven Schindel, Andreas Oberreiter und Dave Zimmermann langzeitverletzt - sie werden in dieser Saison nicht mehr spielen. Oscar Feilberg wurde am Mittwoch an der Schulter operiert, David Eberhardt wird im Januar an seinem Knie arthroskopiert. Wann das Duo in der Rückrunde zurückkehrt, steht in den Sternen. Feilberg darf laut den Ärzten bis März keinen Sport mit Körperkontakt machen. "Uns gehen ein wenig die Leute aus, doch mit den Neuzugängen ist es wie im Fall Marc Thönnes nicht so einfach. Hoffentlich klappt das mit Marc. Es kann gut sein, dass sonst nichts passiert", sagt Daniel Bernd. Der Karbacher Notfallplan: Aus der B-Klasse-Reserve würden Aschur David sowie die Brüder Philipp und Jürgen Krohn hochrücken. Die FC-Zweite hat bereits nachgelegt, von Türkgücü Simmern kommt Hüseyin Ucar, vom TSV Emmelshausen Maikel David - in beiden Fällen müssen allerdings auch die Ablösemodalitäten noch geklärt werden. Zumindest bei Ucar ist Bernd zuversichtlich.
Von unserem Redakteur
Michael Bongard










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