SC Idar verpasst beim 0:4 einen Zähler
Regionalliga - Manchmal reichen ganze drei Minuten, um eineinhalb Stunden im Miniaturformat noch einmal ablaufen zu lassen. In den Schlussminuten des Regionalliga-Fußballspiels zwischen Borussia Mönchengladbach II und dem SC Idar-Oberstein spiegelte sich alles wieder, was die gesamten 90 Minuten ausgemacht hatte. Und sie zeigten, wieso der SC Idar mit 0:4 (0:1) den Kürzeren zog.
In der 88. Minute hatte der SC Idar einen Eckball, der aufgerückte Innenverteidiger Joshua Smith köpfte die Kugel aufs Tor, fand aber im stark reagierenden Borussia-Keeper Janis Blaswich seinen Meister. Wenig später kam Christoph Lawnik aus acht Metern zum Schuss, scheiterte ebenfalls an Blaswich, doch kein Idarer setzte nach. Ungestört konterten die Gladbacher, am Ende der Stafette stand Elias Kachunga, der den Ball zum 4:0 ins Tor schob. Schiedsrichter Lars Heitmann pfiff direkt ab.
Ein passender Schlusspunkt - einer wie das gesamte Spiel. Die Idarer ließen gute Chancen liegen, und immer, wenn die Schmuckstädter gerade eine gute Phase hatten, leisteten sie sich einen Aussetzer, den die Gladbacher zu einem Tor nutzten. Die Borussen hatten nicht einmal viele Chancen, doch die nutzten sie konsequent. "Das Ergebnis ist viel zu hoch", fand nicht nur SC-Trainer Sascha Hildmann, viele Heim-Zuschauer sahen es genauso. Bei einem 4:0 mag es befremdlich klingen, doch der SC Idar war absolut ebenbürtig und hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt. Die Borussen boten eine schwache Leistung, spielten ausgesprochen langsam und umständlich - kein Vergleich zu den Tempo- und Kombinationsstürmen, mit denen andere zweite Mannschaften wie etwa die von Schalke 04, Borussia Dortmund oder dem 1. FC Köln den SC Idar durcheinandergewirbelt hatten. "Ich habe die Mönchengladbacher zweimal beobachtet, sie können definitiv besser Fußball spielen, als sie es heute gezeigt haben", fand Hildmann und haderte: "Für uns war heute definitiv mehr drin."
Dass es nicht reichte, lag unter anderem daran, dass der SC Idar gleich zwei Chancen liegen ließ, in Führung zu gehen. Idar begann überraschend überlegen. Bei einem schnellen Spielzug wurde Robin Mertinitz im Strafraum gefoult, Heitmann ließ aber weiterlaufen, weil er einen Vorteil sah. Denn Konstantin Sawin schnappte sich die Kugel, scheiterte aber aus acht, neun Metern an Blaswich. "Ich weiß nicht, ob das wirklich ein Vorteil war", sagte Hildmann, "er hätte auch einen Elfer geben können."
Außer zwei Fernschüssen, jeweils kurz vor der Strafraumgrenze abgegeben (13., 16.), hatten die Gladbacher offensiv nichts zu melden. Beide Schüsse entschärfte der neue SC-Keeper Jeff Kornetzky. Im Strafraum selbst fand die Borussia gar nicht statt. Dafür wiederum der SC Idar: Mertinitz dribbelte über rechts in die Gefahrenzone, schloss aber zu unentschlossen ab. Sein Ball war halb Torschuss, halb Zuspiel, Ferhat Gündüz verpasste, die Kugel strich einen Meter neben dem Tor ins Aus (18.).









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