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TuS wartet weiter auf das erste Tor

Fußball-Regionalliga - Die TuS Koblenz muss in der Fußball-Regionalliga West weiter auf den ersten Punkt und auch auf das erste Tor warten: Das 0:2 (0:1) bei Borussia Mönchengladbach II beförderte den Gast auf den letzten Tabellenplatz. TuS-Trainer Michael Dämgen bewertete den Auftritt seiner Schützlinge im Rheydter Grenzlandstadion vor 535 zumeist Koblenzer Anhängern wie folgt: "Wir haben uns bis zum Schluss gewehrt. In der zweiten Halbzeit haben wir mutig nach vorne gespielt, sind aber für unseren Aufwand leider nicht belohnt worden." 45 Minuten vor dem eigentlichen Anpfiff war vom Gästeteam weit und breit noch nichts zu sehen. Ein gewaltiger Stau auf der A61 vor Mönchengladbach hatte den TuS-Bus ausgebremst, somit begann die Partie mit einer viertelstündigen Verspätung - eine optimale Vorbereitung aufs Spiel sieht sicher ganz anders aus.

In dieser Szene fährt TuS-Verteidiger Eike Mund (Bildmitte im Vordergrund) dem Gladbacher Patrick Herrmann - Schütze des zweiten Tores - entschlossen in die Parade. Die Koblenzer Kollegen (von links) Angelo Barletta, Philipp Langen (verdeckt) und Mike Urwin schauen zu. Foto: Heinz-Jörg Wurzbacher
hjw

Ob's mit ein Grund dafür war, dass die TuS nur schleppend in die Begegnung kam, sei mal dahingestellt. Die mit insgesamt neun Spielern der Lizenzabteilung gespickten Gladbacher wirkten leichtfüßiger und stürzten die Koblenzer Defensive zu Beginn von einer Verlegenheit in die andere. Der Australier Mathew Leckie, am Vorabend noch beim 4:1 der ersten Borussen-Garnitur gegen den VfL Wolfsburg eingewechselt, drosch den Ball nach maßgerechter Vorarbeit von Matthias Zimmermann humorlos zum 1:0 unter die Latte (12.). Die linke Abwehr- und Mittelfeldseite der TuS war in dieser frühen Phase der Partie überhaupt nicht im Bild.

Und wenn Yuki Otsu das Spielgerät unter den kritischen Augen des Gladbacher Bundesligatrainers Lucien Favre nicht freistehend am leeren Tor vorbeigeschossen hätte (26.), hätte das Spiel einen richtig bösen Verlauf für Koblenz nehmen können. So aber kämpften sich die Gäste ins Spiel zurück und tauchten ab und zu auch recht vielversprechend vorm Borussia-Gehäuse auf. Aber die fast harmlos anmutende Art und Weise, wie sich Tobias Bauer (33.) und Angelo Barletta (39.) mit dem Kopf sowie Johannes Göderz (56.), Mike Urwin (70.) und Jan Hawel (77.) mit dem Fuß im und am gegnerischen Strafraum versuchten, lässt den Wunsch von TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen mehr als nur verständlich erscheinen: "Wir müssen personell unbedingt noch etwas tun." Neben einem Angreifer suchen die Koblenzer Verantwortlichen weiterhin einen Verteidiger und einen Torwart.

Dass man schnell und schnörkellos zum Ziel kommen kann, verdeutlichte Gladbach, als die TuS in der Vorwärtsbewegung fahrlässig den Ball vertändelte: Otsu schickte Patrick Herrmann durch die Mitte auf die Reise, der dann Keeper Kadir Yalcin umlief und den Ball nur noch einzuschieben brauchte (68.). Ein 3:0 oder 4:0 war jetzt möglich, aber Elias Kachunga scheiterte an Yalcin (69.) und Otsu am Innenpfosten (75.) - das wäre für die TuS dann aber auch zu viel des Schlechten gewesen.

Ein Fußballspiel ist sicher mehr als nur die Summe der aufzählbaren Ereignisse, die theoretisch zu Toren hätten führen können oder sogar müssen. Die Gladbacher wirkten so, als könnten sie jederzeit noch einen Gang zulegen, wenn es wirklich eng geworden wäre. Borussen-Coach Sven Demandt, mit dem Dämgen zwei Tage zuvor in der Lotto-Elf noch gemeinsam gegen den Ball getreten hatte, sagte höflich: "Wir haben verdient gewonnen. Koblenz hat sich aber wacker geschlagen, bis zum 2:0 war das eine ganz enge Geschichte." Ein artiges Kompliment für die alles in allem überschaubaren Bemühungen der TuS, mehr nicht. Fazit: Koblenz hielt gegen einen spielerisch deutlich überlegenen Gegner dank eines unerschütterlichen Kampfeswillens phasenweise ordentlich mit, ein eigener Treffer war durchaus möglich. So blieb Theisen letztlich nur die fromme, fast trotzig geäußerte Hoffnung: "Dann schießen wir unsere ersten Tore halt auf dem Oberwerth." Gelegenheit dazu hat das neue Schlusslicht am kommenden Freitag ab 19 Uhr gegen den Tabellendritten Rot-Weiss Essen.

Von unserem Mitarbeiter

Bodo Heinemann

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