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SC Idar soll wieder der gierige Fresser sein

Überzahlsituationen, wie hier Simon Maurer und Michael Lehmann (rechts), will der SC Idar-Oberstein gegen Fortuna Köln möglichst häufig herstellen. Foto: Joachim Hähn

Joachim Hähn

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Idar-Oberstein – Zwei Niederlagen in Folge in der Fußball-Regionalliga sind für den SC Idar-Oberstein grundsätzlich keine Katastrophe, doch die Art und Weise, wie speziell das 1:3 am vergangenen Samstag in Düsseldorf zustande kam, nervt Sascha Hildmann gewaltig. Der Trainer des SC will am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen Fortuna Köln deshalb endlich wieder über 90 Minuten Vollgas von seiner Mannschaft sehen.

Die 0:1-Niederlage vor zwei Wochen gegen Borussia Dortmund ordnete der Coach noch als einigermaßen guten Auftritt ein. „Wenn man sieht, dass der BVB gerade die Sportfreunde Lotte geschlagen hat, dann war das eine ordentliche Leistung von uns“, sagt der Coach, gibt aber auch zu bedenken, dass er auch hier schon mit ungefähr einer halben Stunde nicht einverstanden war. Ganz und gar kein Verständnis hatte Hildmann für das 1:3 in Düsseldorf. „Wie man nach einer solch überlegenen und starken ersten Hälfte nicht als Sieger, sondern sogar als Verlierer vom Platz gehen kann, ist mir schleierhaft“, knurrte Hildmann zu Wochenanfang.

An Stellschrauben gedreht

Während der Trainingswoche drehte der Coach dann gehörig an den Stellschrauben, auf die ein Trainer den entscheidenden Einfluss hat: Taktik, Aufstellung, Einstellung. Taktisch wird Hildmann nichts Neues verlangen. Allerdings erwartet der Trainer, dass sein Team die Vorgaben konsequent durchzieht. Auf eine besondere Stärke der Kölner wies Hildmann aber klar hin. „Die Fortuna hat große, robuste Akteure, die bei Standardsituationen für Gefahr sorgen. Darauf müssen wir uns einstellen“, erklärt der Coach. Und so ist es eine eindeutige taktische Vorgabe, Standardsituationen möglichst zu vermeiden, ohne an Aggressivität einzubüßen. Die Aufstellung lässt Hildmann wie eigentlich immer vollkommen offen, doch zwischen den Zeilen ist herauszuhören, dass der Coach an Umstellungen denkt. „Es gibt noch den einen oder anderen Wackler“, sagt er. Der Trainer kann nahezu auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Lediglich Florian Galle wird wohl ausfallen, weil ihn eine Verletzung an der Achillessehne plagt.

Entscheidend allerdings ist für Hildmann die Einstellung, denn mit der war er nicht zu 100 Prozent zufrieden. „Die Jungs wollten zuletzt schon gewinnen“, meint er. Aber uns hat die letzte Gier gefehlt. Ich wünsche mir, dass wir einen Gegner wieder so richtig auffressen.„ Das 2:1 gegen Mainz 05 II am 24. September ist für Hildmann das Vorbild. Zur Einstellung gehört auch die Konzentration über 90 Minuten. Gegentore wie das 2:1 und 3:1 für Düsseldorf nach einfachen langen Bällen sind in Hildmanns Augen “ein Unding„. Der Coach glaubt sogar, einen Tick Selbstzufriedenheit im Team ausgemacht zu haben und will solche Anwandlungen schon im Kein ersticken: “Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Wir sind Vorletzter.„

Hildmann hat seine Mannschaft mit klarer Analyse und eindeutiger Kritik auf die Partie gegen Fortuna Köln eingeschworen und hat am Ende der Trainingswoche ein gutes Gefühl. “Die Jungs haben top trainiert, und ich gehe in die Begegnung mit einem deutlich besseren Gefühl als zuletzt.„

Und so setzt der Coach ganz im Jargon von Meistertrainer Jürgen Klopp auf eine “Vollgasveranstaltung„ seiner Mannschaft. “Wir wollen unseren treuen Zuschauern ein tolles Fußballspiel bieten und unbedingt gewinnen„, wirbt Hildmann. Wenn es trotz aller Vorsätze aber nicht reichen sollte, dann wollen der Trainer und seine Mannschaft zumindest alles versucht haben, denn klar ist, gegen Fortuna Köln kann ein Team wieder SC Idar auch verlieren, wenn es alles abruft, was in ihm steckt.

Die vom Ex-Koblenzer Uwe Koschinat trainierte Mannschaft wollte eigentlich ganz oben mitspielen, doch es fehlte einfach an Konstanz. Aktuell rangieren die Kölner, die in der Saison 1973/74 in der Bundesliga spielten, auf dem sechsten Platz – 13 Punkte besser als der SC. Mit dem Ausgang des Titelrennens hat das Team allerdings nichts mehr zu tun. Dass die Fortuna schlagbar ist, stellte am Mittwoch der NRW-Bezirksligist Sportfreunde Düren unter Beweis. Im Verbandspokal unterlag der Regionalligist – wenn auch erst nach Elfmeterschießen. Der DFB-Pokaltraum ist für die Kölner also auch geplatzt. Der SC Idar träumt diesen Traum noch, und auch davon, den Kölnern drei Punkte abzuknöpfen.

Jasmin Brust hat aufgehört

Vor der Partie gegen Fortuna Köln machte Jasmin Brust öffentlich, dass sie nicht mehr als Fitness- und Regenerationstrainerin für den SC tätig sei. “Schade„, bedauert Hildmann. “Aber sie hatte einfach keine Zeit mehr.„ Jasmin Brust bestätigt: “Dass ich aufgehört habe, hat alleine berufliche Gründe, aber die Zeit beim SC Idar war klasse."

Sascha Nicolay

Y SC Idar gegen Fortuna Köln gibt es wieder in unserem Liveticker unter http://ku-rz.de/scioticker

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