Lucien Favre: Ohne Bremse in die Offensive
Mönchengladbach/Mainz - Was hat Lucien Favre vor am Bruchweg? Auf der Pressekonferenz vor der Partie beim FSV Mainz 05 kündete der Trainer von Borussia Mönchengladbach von einer offensiven Herangehensweise.
Man mag es nicht glauben. In dieser Rückrunde hat es in Mainz bislang lediglich der FC Bayern München - an einem seiner letzten Sahnetage in dieser Saison - mit einer forschen Gangart versucht. Alle anderen Gegner kamen mit der großen Betonmischmaschine. Dass nun gerade der Tabellenletzte am Bruchweg einen offenen Schlagabtausch anbieten sollte, dieser Vorstellung kann man sich nur schwer vorurteilsfrei hingeben.
Lucien Favre jedenfalls behauptet das. Dass Mainz 05 von den Ergebnissen her nicht sonderlich heimstark ist seit vier Monaten, das interessiert den Gladbacher Trainer angeblich nicht. "Ich sehe die Inhalte, und die sagen mir, dass Mainz gut spielt zu Hause", erklärte der Schweizer, der im Februar Michael Frontzeck beerbt hat. "Ich habe mir die Spiele gegen Leverkusen und gegen Freiburg angeschaut, da haben sie zu Hause sehr gut gespielt. Und Mainz ist die Nummer fünf in der Liga, das ist kein Zufall."
Mainzer stark in der Balleroberung
Aber Gladbach müsse in dieser Situation Punkte machen. "Wir müssen in Mainz nach vorne spielen, ohne Bremse, mit viel Vertrauen", erklärt Favre. Und dann: "Wir sind auswärts, aber müssen wie zu Hause spielen. Wir müssen Torchancen kreieren. Das ist ganz wichtig." Dabei müssten natürlich "sehr viele verschiedene Dinge" bedacht werden. "Die Mainzer sind stark in der Balleroberung", so Favre. "Und sie spielen sehr, sehr schnell nach vorne, sie können das Spiel machen, sie können auch bei Kontern sehr gefährlich sein." Deshalb, so Favre, "vergesse ich auch unsere Defensive nicht, wir müssen da sehr konzentriert sein". Und insgesamt lautet sein Vorschau-Fazit: "Es wird sehr schwer. Kleinigkeiten können den Unterschied ausmachen."
Unter Favre ein Auswärtspunkt
Zehn Punkte haben die Gladbacher in den sieben Spielen unter Favre eingefahren. Davon entstammt lediglich ein Zähler einer Auswärtspartie: Das war beim 1:1 in Bremen. In Wolfsburg gab es ein 1:2. Zuletzt beim FC Bayern ein 0:1. Da verteidigte die Borussia gegen lahme Bayern sehr ordentlich. Nach vorne ging nicht viel. Jetzt dürfte das 5:1 im Heimspiel gegen den 1. FC Köln viel Auftrieb gegeben haben. In diesen 90 Minuten funktionierte die Offensive. Mit Mike Hanke und Mo Idrissou hat Favre zwei flexible Mittelstürmer installiert, die selbst gar nicht so häufig zum Torabschluss kommen, die aber läuferisch sehr hart arbeiten und als Vorbereiter gute Dienste tun. Von den Flügeln entwickeln die schnellen Juan Arango und Marco Reus sehr viel Torgefahr.








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