Fathi kommt zurück – ohne Gebühr
Mainz - Eine Minute vor Ende der Transferperiode war am Dienstagabend der Coup geglückt – da erteilte Spartak Moskau seine Zustimmung, Malik Fathi erneut an den FSV Mainz 05 auszuleihen. Und das ohne Leihgebühr zu verlangen.
Als die Mainzer Rhein-Zeitung gestern um 17.26 Uhr bei Malik Fathi anrief, klang der Fußballprofi gestresst. „Das ist ganz schlecht gerade, ganz schlecht. Die Gespräche laufen noch, und ich weiß nicht, wie lange es noch dauert. Etwa eine Stunde, denke ich.“
Fathi war nervös. Das Geschäft zwischen Spartak Moskau, wo der linke Verteidiger noch bis 31. Dezember 2011 unter Vertrag steht, aber keine Chance auf Einsätze hat, und dem FSV Mainz 05, für den Fathi schon von Februar bis Mai dieses Jahres auf Leihbasis aktiv war, stand auf der Kippe. Die erhoffte Rückkehr zum Bruchweg drohte zu scheitern. Spätestens in 34 Minuten war eine Einigung erforderlich – um 18 Uhr endete die Transferperiode.
„Um 17.55 Uhr war das Geschäft quasi geplatzt“, berichtete Christian Heidel später. Anders als in Mainz, wo sich der Manager alleine um alle Modalitäten eines Transfergeschäftes kümmert, wirken in Moskau mehrere Abteilungen mit. „Und die juristische Abteilung war noch nicht dazu gekommen, den Vertragsentwurf richtig zu prüfen“, schilderte Heidel.
Um 17.59 Uhr jedoch ratterte das Faxgerät des Mainzer Managers. Und auf dem Papier, das sich aus der Maschine herausarbeitete, „stand die Einverständniserklärung von Spartak. Mehr brauchten wir in dem Moment nicht. Alles weitere können wir bis Mitternacht per Computer über das Transfer Matching System der FIFA abwickeln“. Und diesen kleinen Vorbehalt gebe es denn doch noch: „Falls da etwas schiefgehen sollte, käme Maliks Wechsel doch nicht zustande.“
Falls in der vergangenen Nacht nichts schiefgelaufen ist, wird Fathi in den nächsten Tagen wieder am Bruchweg auflaufen. Und das zu geradezu sensationellen Konditionen für seinen Wunschverein: Mainz 05 leiht den Spieler bis Saisonende aus, muss dafür aber keine Leihgebühr bezahlen, wie Christian Heidel versicherte. „Wir haben Spartak unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten und Vorstellungen frühzeitig dargelegt“, sagte der 05-Manager. Es habe einiger Überzeugungsarbeit bedurft, bis sich die Russen, die Fathi für 1,9 Millionen Euro verkaufen wollten, auf dieses Geschäft einließen. Letztlich setzte sich wohl auch die Einsicht durch, dass es wenig Sinn habe, einen gutverdienenden Spieler auf der Tribüne sitzen zu haben, wenn man ihn auch von der Gehaltsliste streichen könne.









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