Der Countdown blieb bei 0:07 stehen
Mainz - Malik Fathi ist wieder ein Mainzer: Der 26-jährige Linksverteidiger trainierte gestern zum ersten Mal mit seinen alten und neuen Kollegen beim Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05. Dem voran gegangen war ein Wettlauf gegen die Uhr, den Fathi haarscharf gewann.
Eine Szene wie im Kino: Ein Büro irgendwo in Moskau. Mehrere Herren hektisch an ihren Plätzen. Reifen quietschen. Ein junger Mann springt vor der Tür aus einem Auto, stürmt ins Büro, das Telefon am Ohr. Es muss schnell gehen! Die Uhr tickt. Endlich erscheint auf einem Bildschirm die Meldung: Alles klar! Der Countdown bleibt - weil es eine Szene wie im Kino ist - vermutlich bei 0:07 stehen. Und draußen brennt es.
Kinoszenen übertreiben. Ganz so wild war es nicht. Die russischen Waldbrände, die Moskau bedrohten, haben mit der Rückkehr des Verteidigers Malik Fathi von Spartak Moskau zum Bundesligisten FSV Mainz 05 nichts zu tun. Fathis Fußballteam hatte sich sicherheitshalber für ein paar Wochen nach Estland verkrochen, aber das ist ein paar Wochen her. Sonst aber stimmt unsere Szene mit den tatsächlichen Vorgängen um den Transfer in fast letzter Sekunde überein.
Die Rohdaten: Der 26-jährige Berliner, der bereits in der vergangenen Rückrunde nach Mainz ausgeliehen war, im Mai aber nach Moskau zurück musste, wurde nun erneut bis zum 30. Juni 2011 ausgeliehen. Danach steht Fathi wieder bei Spartak unter Vertrag, „was ein bisschen kompliziert ist", aber das interessiert den Verteidiger derzeit nicht. Momentan, sagt Fathi, zähle nur Mainz. Die 05er müssen für dieses Jahr keine Leihgebühr und auch nicht das volle Gehalt zahlen.
„Ich war selbst in Moskau im Büro", berichtete Fathi gestern von den nervenaufreibenden Szenen kurz vor Transferschluss, „und wir haben es in der Nachspielzeit geklärt." Der Vertrag in Moskau musste aufgelöst, ein neuer Vertrag in Mainz formuliert werden. Das alles musste sehr schnell gehen, weil am späten Nachmittag die Transferfrist ablief. „Das ging alles per Fax und per Mail", sagte Fathi, „und wir hatten am Ende keine Luft mehr. Eine Sekunde länger, und es hätte nicht geklappt." Der Spieler selbst hatte die ganze Zeit über 05-Manager Christian Heidel am Mobiltelefon. „Aber ins Büro musste ich sowieso", erklärte der Linksverteidiger, „weil die Verträge ja handschriftlich unterschrieben werden mussten."









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