Atomkraftwerk: Zwischenfall in Cattenom war ernster als angenommen
Cattenom/Mainz - Ein Zwischenfall im französischen Atomkraftwerk Cattenom nahe der deutschen Grenze ist nach Angaben der Atomaufsicht viel schwerer als zunächst angenommen.
Die französische Atomaufsicht ASN habe das Ereignis vom 18. Januar inzwischen als Störfall eingestuft, teilte das saarländische Umweltministerium am Montag in Saarbrücken mit.
Dies ist Stufe 2 auf der internationalen "Ines"-Skala, Stufe 4 gilt schon als Unfall. Der Fehler sei bereits behoben. Die Leitung des Meilers habe damals gemeldet, weil ein bestimmtes Teil fehle, bestehe die Gefahr, dass das Lagerbecken der Brennelemente hätte entleert werden können. Die Klassifizierung als Störfall sei sehr selten und in Cattenom zuletzt 2004 aufgetreten.
Die für Kernkraft zuständige rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) hatte im vergangenen Jahr nach einem neuen Zwischenfall im französischen Atomkraftwerk Cattenom die Abschaltung des Meilers gefordert. "Cattenom ist ein Risiko-Reaktor", so Lemke.
Im November hatte sie die Forderung erneuert: Das Atomkraftwerk müsse "dringlicher denn je" abgeschaltet werden. Wichtige Mängel, die bei Überprüfungen am Meiler festgestellt wurden, seien von Experten nicht ausreichend in Verbesserungsvorschläge umgesetzt worden, sagte Lemke.
Bei dem Vorfeld im August 2011 hatten nach dem saarländischen Umweltministerium zufolge Schwankungen des Wasserniveaus in den Dampferzeugern zu einer Schnellabschaltung von Block 2 geführt, der nach einer Revision gerade erst wieder angefahren worden war.




















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