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Hausbrand in Mendig: 19-Jähriger gesteht, nachdem Mutter den Saal verlässt

Mendig - Das Jugendschöffengericht Mayen hat einen 19-Jährigen wegen fahrlässiger Brandstiftung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Bedrohung zu einer Jugendstrafe von 14 Monaten auf Bewährung verurteilt. Er hatte 2011 ein Wohnhaus in Brand gesteckt - versehentlich, wie er sagte. Alle Bewohner konnten über Leitern gerettet werden. Während der Verhandlung wurde die Mutter des jungen Mannes immer wieder von Weinkrämpfen geschüttelt.

Nach der Brandstiftung war der junge Mann aus dem Keller des Hauses geflüchtet. Mit einer Farbsprühdose besprühte er mehrere Autos, Rollladen und Hofeinfahrten mit weißer Farbe. Der Angeklagte gab an, unter Alkohol gestanden zu haben. Eine Psychologin beobachtete ihn während der Verhandlung, um einschätzen zu können, ob der 19-Jährige aus der Verbandsgemeinde Mendig vermindert schuldfähig ist.

Zunächst schilderte der junge Mann recht offen den Tatabend, bis sein Geständnis am Punkt der Brandstiftung ins Stocken geriet. Der 19-Jährige sprach nicht weiter, wirkte abwesend, starrte auf den Tisch vor sich. Auch gutes Zureden seines Anwaltes und des Vorsitzenden Richters Bernd Schmickler brachten zunächst nichts. Die Verhandlung wurde für wenige Minuten unterbrochen.

Erst nachdem die Mutter des Angeklagten, die bis dahin von Weinkrämpfen geschüttelt im Saal saß, sich bereit erklärte, vor der Tür zu warten, sprach der Angeklagte weiter. Er sei an diesem Abend im Mai mit Freunden unterwegs gewesen und habe sehr viel Alkohol getrunken. Aus Angst vor seinen Eltern entschloss er sich, nicht nach Hause zu gehen, sondern sich irgendwo einen Schlafplatz zu suchen. Durch den unverschlossenen Hauseingang des Wohnhauses gelangte der 19-Jährige in den Keller des Mehrfamilienhauses. Beim Anzünden einer Zigarette sei ihm dann sein Sturmfeuerzeug zu Boden gefallen. Die Matratzen und allerhand anderer Gegenstände hätten seiner Aussage nach schnell Feuer gefangen. In Panik sei er einfach davongelaufen. Ein Polizist bestätigte später, dass diese Darstellung nicht auszuschließen sei.

Schnell breitete sich starker Rauch über das Treppenhaus aus, die Bewohner konnten nur noch durch die Fenster von der Feuerwehr gerettet werden. Der Hausbesitzer, selbst Feuerwehrmann, sagte vor Gericht, dass alle sehr viel Glück gehabt hätten, denn das Haus habe kurz vor einem sogenannten "Flash Over" gestanden. Das heißt, dass wenige Minuten später eine große Stichflamme eine Rettung hätte unmögliche machen können.

Die Bewohner schilderten vor Gericht die dramatische Nacht und die psychischen Belastungen, mit denen sie seit dem Vorfall zu kämpfen hätten. Einige leiden bis heute unter Schlafstörungen und Ängsten.

Nachdem der Angeklagte geflüchtet war, besprühte er mehrere Autos und Häuser mit weißer Farbe und versteckte sich unweit des Tatortes in einem Garten. Dort wurde er von einem Anwohner gefunden und der Polizei übergeben. Er machte zu dem Zeitpunkt einen verstörten Eindruck und war kaum ansprechbar, die Hände waren voller Farbe, Brandspuren waren an seiner Kleidung.

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