War am Ring Betrug und Untreue im Spiel?
In wechselnden Rollen sollen die acht daran mitgewirkt haben, dass öffentliche Gelder missbräuchlich verwendet wurden. Hund hat dafür „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“. Zwischen den amtlichen Zeilen steckt politischer Zündstoff: „Der Verdacht ergibt sich aus der Tatsache, dass vorgeblich private Investoren in einem erheblichen Umfang mit Krediten der ISB und Mitteln aus dem Liquiditätspool des Landes Rheinland-Pfalz versorgt und dabei in mehreren Fällen ohne wirtschaftlichen Gegenwert erhebliche Provisionen vereinbart und teilweise bezahlt wurden.“
Die lange Kette der Provisionen beginnt schon im Oktober 2008, als Richter für die MSR plötzlich drei Millionen Euro brauchte. Das Geld, das offenbar aus dem Liquiditätspool des Landes stammt, ließ Kafitz nicht direkt an die MSR rollen, sondern über Konten von Pinebeck, die dafür 59 000 Euro kassierten. Das begründet für Hund den Verdacht der Untreue oder der Beihilfe dazu. Als kurz darauf sich die RIM mit zehn Millionen Euro an der MSR beteiligte, könnte sich der angesehene Metternich samt RIM-Geschäftsführer Wagner in den Fall verstrickt haben. Hund: „Es könnte sich im Fall der Täuschung um Betrug, im Fall der vollen Kenntnis des Sachverhalts um eine konkrete Vermögensgefährdung durch fehlende Sicherheiten und damit Untreue handeln.“ Auch in diesem Fall kassierte nach der kostspieligen Umweg-Methode Pinebeck wieder Provision.
209 205 Euro flossen – ohne Gegenwert, so Hund. Deshalb steht gegen Kafitz der Verdacht der Untreue, bei Richter der Vorwurf der Beihilfe im Raum.
Eindeutige Warnungen
Bei 300 000 Euro an Pinebeck-Provisionen, die gegen den Willen des Aufsichtsrats geflossen sind, gerät auch Deubel in den Fokus. Denn laut Hund gab es weder für die Gründung der Schweizer Firma G 7 Trade Financial AG (100 000 Euro), die nur zur Weiterleitung von Schecks des vermeintlichen Investors gegründet wurde, noch für die Aufwandsentschädigung von 200 000 Euro ordentliche Verträge oder wirtschaftliche Gründe. Auch daraus ergibt sich der Verdacht der Untreue gegen Nürburgring-Verantwortliche und Deubel.
Als die Schecks des amerikanischen Phantom-Investors platzten, war eine Provision von vier Millionen Euro nur durch puren Zufall zu retten. Es gab ein Problem mit dem Namen des Kontoinhabers. Das bleibt nicht ohne Folgen: Es besteht der Verdacht der vollendeten Untreue, weil das Geld akut gefährdet war. Denn die Ring GmbH hatte sich verpflichtet, 48 Stunden nach Scheckübergabe die Millionen in die Schweiz zu schicken. Nur: Die Überprüfung von US-Schecks auf Werthaltigkeit dauert deutlich länger, erklärte Ermittler Hund. Trotz eindeutiger Warnungen unterschrieb aber Kafitz mit Einverständnis von Deubel die Überweisung.




















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