Tod in der Tongrube: Ornithologe erfriert
Ebernhahn - Tragischer Unglücksfall: Ein 60-jähriger Vogelkundler aus Eschelbach hat in einer Tongrube bei Ebernhahn (Westerwaldkreis) einen qualvollen Tod gefunden. Der passionierte Vogelkundler ist nach Angaben der Kripo Montabaur bei einer Beobachtungstour am Sonntag in der Grube "Eintracht" vermutlich über eine dünne gefrorene Eisschicht gegangen und dabei in ein Tonloch eingebrochen.
Der Mann, der bis zum Bauch im Ton versackte und feststeckte, konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien und starb bei Außentemperaturen von minus 5 Grad an Unterkühlung.Mitarbeiter des Tonbauunternehmens Lassmann aus Wirges, das die etwa 8 Hektar große Grube gepachtet hat, fanden den Leichnam des 60-Jährigen am Montagmorgen um 7.30 Uhr und alarmierten die Polizei.
Uhrzeit des Unglücks noch unklar
Für den Vogelkundler kam jedoch jede Hilfe zu spät. Noch unklar ist, zu welcher Uhrzeit sich das Unglück ereignete. Denn die Grube, die zwischen Ebernhahn und Siershahn nahe des Silbersees liegt, befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Firma St. Gobain in Wirges und einem Wohngebiet.
Anlieger oder Spaziergänger hätten die Hilferufe des Mannes hören können. Die Ermittler fanden bei dem Hobby-Ornithologen, der in der Tongrube vermutlich die Vogelwelt beobachten wollte, eine Zähluhr sowie ein Fernglas. Ein Handy trug der Mann nicht bei sich - es hätte sein Leben retten können.
Mit Betroffenheit hat auch die Leitung des Tonbauunternehmens auf das tragische Unglück reagiert. "Das ist ein schlimmer Unfall, den wir sehr bedauern", sagte Lassmann-Betriebsleiter Ralf Blickhäuser. Allerdings hätte das Opfer die Tongrube ohne Erlaubnis des Unternehmens nicht betreten dürfen, machte er klar.
Tongrube durch Zäune und Wälle gesichert
"An den Grubenrändern wie auch an den Zufahrtswegen sind Warnschilder angebracht, die das Betreten der Tongrube untersagen", betonte Blickhäuser. Zudem sei die Tongrube durch Wildgatterzäune, dichte Waldbestände und Erdwälle eingefriedet und somit abgesichert. Nach dem wochenlangen Regen habe sich in der Grube ein regelrechter Tonschlamm gebildet - für Betriebsfremde ein tödliches Risiko.
Bereits mehrfach hatte der verunglückte Vogelkundler die Grube "Eintracht" für seine Beobachtungen widerrechtlich betreten und war von Mitarbeitern des Geländes verwiesen worden, sagte Blickhäuser.
"Wenn der Mann mich angesprochen hätte, hätte ich ihm den Zutritt ermöglicht und ihn begleitet", sagte Betriebsleiter Blickhäuser fassungslos. Vogelkundler Antonius Kunz von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie im Westerwald kann sich keinen Reim auf das Unglück machen.
Opfer hatte rastende Wasservögel gezählt





















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