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Synagoge zurück in den Bürresheimer Hof? - Koblenz will Kosten nicht tragen

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

Synagoge zurück in den Bürresheimer Hof? - Koblenz will Kosten tragen
Der Bürresheimer Hof könnte in nächster Zukunft leer stehen. Bis 1938 war hier die Koblenzer Synagoge beheimatet.
Peter Karges

Koblenz - Der Bürresheimer Hof am Florinsmarkt könnte in naher Zukunft zum Großteil leer stehen.

Denn nicht nur die Kinder- und Musikbibliothek wird mit der Fertigstellung des Kulturbaus auf dem Zentralplatz aus den oberen Etagen des 1660 errichteten Gebäudes verschwinden, sondern auch die Kammerspiele des Stadttheaters, die im Erdgeschoss des Bürresheimer Hofs ihr Domizil haben, sollen aufgegeben werden. Wird die Streichliste des Oberbürgermeisters umgesetzt, dann gibt es keine eigenen Inszenierungen des Stadttheaters mehr im Bürresheimer Hof. Nur noch Projekte des Kinder- und Jugendtheaters wären dann dort noch zu sehen.

Aufgrund des drohenden Leerstands hat der Koblenzer Leo Matthias Steinacker sich deshalb mit dem Vorschlag an die Stadt gewandt, das Gebäude der jüdischen Kultusgemeinde wieder zurückzugeben. „Von 1851, drei Jahre nachdem die jüdische Kultusgemeinde das Gebäude erworben hatte, bis zur Pogromnacht im November 1938 war der Bürresheimer Hof schließlich die Koblenzer Synagoge. Und erst 1954 kam das mittlerweile in Trümmern liegende Grundstück wieder an die Stadt zurück“, sagt Leo Matthias Steinacker.

Die Stadtspitze hat den Vorschlag von Leo Matthias Steinacker mit Interesse zur Kenntnis genommen. „Der Oberbürgermeister hat den Vorschlag, dass in den Bürresheimer Hof wieder die Synagoge einzieht, sehr positiv aufgenommen. Allerdings verwies er in einem Schreiben an mich auch darauf, dass die Stadt sich an eventuellen Kosten wegen der angespannten Finanzsituation kaum beteiligen könne“, so Leo Matthias Steinacker.

Zurzeit befindet sich die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, der rund 1000 Männer und Frauen aus Koblenz sowie den Kreisen Mayen-Koblenz, Ahrweiler, Rhein-Hunsrück, Cochem-Zell, Neuwied und dem Westerwaldkreis angehören, neben dem jüdischen Friedhof in der Schlachthofstraße. „Dass die Bereiche Friedhof und Synagoge nicht räumlich voneinander getrennt sind, entspricht allerdings überhaupt nicht der jüdischen Tradition und dürfte in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa einmalig sein. Deshalb würden wir vonseiten der jüdischen Kultusgemeinde einen Umzug befürworten, allerdings fehlen uns die finanziellen Mittel, diesen zu bewerkstelligen“, sagt Dr. Heinz Kahn, Vorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde Koblenz. Auch der Freundeskreis Koblenz-Petah Tikva würde den Umzug begrüßen. Was die Frage der Finanzierung betrifft, so hofft Steinacker unter anderem auf die Hilfe des Landes. „Der Staatsvertrag, den das Land vor elf Jahren mit den jüdischen Gemeinden zur Erhaltung und Pflege des gemeinsamen deutsch-jüdischen Kulturerbes geschlossen hat, sagt ja ausdrücklich, dass Neubaumaßnahmen für Synagogen von der Förderung nicht ausgeschlossen sind“, betont Steinacker.

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