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Suche nach „Waldhof“-Matrosen: Knochen bei St. Goar gefunden

Mittelrhein - Wieder wurde nach dem vermissten „Waldhof“-Matrosen gesucht, wieder wurde etwas gefunden und doch muss die Suche fortgesetzt werden: Etwa 300 Menschen, darunter Feuerwehr, DLRG, Polizei, Binnenschiffer und viele Freiwillige, durchkämmten am Samstag das linke und rechte Ufergelände zwischen der Loreley und Koblenz. Sie stießen am Leinpfad nahe dem Hafen Hunt in St. Goar auf Knochen.

Intensiv wurde das 80 Kilometer lange Stück zwischen Loreley und Koblenz auf beiden Rheinseiten von Ehrenamtlichen abgesucht. Gestrüpp und Gewächs behinderte die Suche und erschwerte den Weg. Der DLRG Wasserrettungszug des Rhein-Hunsrück-Kreises beteiligte sich ebenfalls.
Suzanne Breitbach

Ob es sich hierbei um die menschlichen Überreste des 33 Jahre alten Bootsmanns handelt, ist laut Polizei unwahrscheinlich. Es ist völlig offen, ob die Knochen von einem Menschen oder gar von einem Tier stammen. Das wird in den kommenden Tagen untersucht, erklärte die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung.

 

Unterdessen steht schon jetzt fest, dass die Suche in dem rund zwei Hektar großen Ufergebiet entlang des Mittelrheins am 6. September fortgesetzt werden soll. Der vermisste Mann gehörte zur vierköpfigen Besatzung des Tankmotorschiffs „Waldhof“, das in den frühen Morgenstunden des 13. Januar im Strom unterhalb des berüchtigten Loreleyfelsens gekentert war. Bei der Unglücksfahrt kam ein 63-Jähriges Besatzungsmitglied ums Leben. Seither gilt der zweite Bootsmann als vermisst.

 

Die Organisation „Binnenschifferforum hilft“ hatte die Suchaktion auf Bitten der Eltern des Vermissten initiiert und koordiniert. Bereits am 14. August war im Bereich des Urmitzer Werth gesucht und dabei die Leiche eines Selbstmörders gefunden worden.

 

Im Fokus der Sucher zwischen der Loreley und der Verbandsgemeinde Rhens standen am Samstag besonders die Flächen, die beim Januarhochwasser vom Rhein überflutet wurden. In den sogenannten Ausuferungen sowie bekannten Treibgutnestern hofften die Beteiligten fündig zu werden.

 

Besonders schwer und unübersichtlich gestaltete sich der Dickicht zwischen dem Bopparder Campingplatz und der ersten Wohnhausbebauung von Spay. Hier gibt es ausreichend große und natürliche Überflutungsflächen von Vater Rhein, die von Feuerwehr und Polizei abgesucht wurden. Michael Jeske vom Binnenschifferforum verschaffte sich am Ort des Geschehens einen Überblick und informierte sich bei den Suchkräften. Gleichzeitig bedankte er sich bei allen Beteiligten für die Intensität und Gründlichkeit.

 

An ihre Grenzen kamen die Einsatzkräfte an den Steilhängen im Uferbereich. Teilweise mit Absturzsicherung suchten sie im felsigen und glitschigen Uferbereich. Gestrüpp und Gewächse sowie unwegsames Gelände erschwerten die Suchaktion, bei der viele Kräfte mit Suchstöcken unterwegs waren. Regenschauer sorgten für erschwerte Suchbedingungen. Beteiligt an der Suche waren neben zehn linksrheinischen Booten, die Feuerwehren der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel mit 60 Personen, die Stadt Boppard einschließlich zwei Rot-Kreuzlern zum Eigenschutz der Wehrleute mit 40 Helfern, der DLRG Wasserrettungszug Rhein-Hunsrück mit 50 Ehrenamtlichen, die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rhens mit 50 Freiwilligen. Der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur des Rhein-Lahn-Kreises Gerd Holzhäuser meldete 60 Helfer sowie insgesamt vier beteiligte Boote. Die Verbandsgemeinde Braubach hatte seit April im Rahmen der Bootsausbildung jeden Samstag Teilbereiche zwischen Lahnstein und Kamp-Bornhofen untersucht und beteiligte sich deshalb nicht an der Großsuche.

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