Stunden vor Annas Tod: Besorgte Nachbarin rief Honnefer Jugendamt an
Bad Honnef. In einer Stellungnahme der Stadtverwaltung Bad Honnef zum Tod der neunjährigen Anna kommen neben Trauer und Bestürzung auch einige bisher unbekannte Fakten ans Licht.
So wurde noch am Nachmittag von Annas Todestag das Jugendamt Bad Honnef von einer Nachbarin der Pflegefamilie angerufen und über einen besorgniserregenden Vorfall unterrichtet. Die Mitarbeiterin im Jugendamt Honnef verwies die Anruferin an das Amt in Königswinter; in Honnef sei man nicht zuständig. Ob sich die Nachbarin dann tatsächlich in Königswinter gemeldet hat und was sich gegebenenfalls aus dem Gespräch ergab, ist derzeit noch unbekannt.
Fakt ist, dass am Abend dieses Tages das kleine Mädchen wieder von den Pflegeeltern gefesselt und gequält wurde; als um 21 Uhr der Notruf der Pflegemutter einging, war Anna nicht mehr zu helfen.
Die RZ dokumentiert die Veröffentlichung der Bad Honnefer Stadtverwaltung zum Fall Anna hier im Wortlaut:
"Mit großer Bestürzunghat die gesamte Mitarbeiterschaft der Stadtverwaltung die Nachricht vom Tod Annas aufgenommen. Dass ein Kind im Alter von nur neun Jahren auf diese Weise ums Leben gekommen ist, ist ein großer Schock für alle.
Besonders die Kolleginnen und Kollegen des Jugendamtes sind über den tragischen Tod von Anna tief betroffen. Was hätte getan werden können, was hätte getan werden müssen, um dieses Schicksal von Anna zu verhindern?
Unmittelbar nach Bekanntwerden des Todes hat die Verwaltung eine interne Prüfung der Vorgehensweise des Jugendamtes aufgenommen. Die neunjährige Anna lebte in einer Bad Honnefer Familie. Anna und die Familie wurden durch das Jugendamt Königswinter betreut. Am frühen Donnerstagnachmittag des Tages, an dem Anna starb, erreichte das Jugendamt Bad Honnef der Anruf einer besorgten Nachbarin von Annas Pflegefamilie. Sie teilte dem Jugendamt ihre Beobachtung eines Vorfalls vom Vortag mit. Im Gespräch zwischen der Mitarbeiterin des Jugendamtes und der Anruferin wurde deutlich, dass es zu dem Zeitpunkt des Anrufes jedoch keinen Hinweis auf eine akut vorliegende Gefährdung des Kindes gab. Die Mitarbeiterin des Jugendamtes und die Anruferin kamen überein, dass die Anruferin dem Jugendamt Königswinter ihre Sorge direkt mitteilt. Ihr Wunsch nach Anonymität könne auch dort gewahrt werden, und es wäre der direkte Kontakt mit betreuenden Kollegen in Königswinter möglich.



















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