Sozialtrainer beschwert sich: Schüler lösen mit kritischem Text Eklat aus
Koblenz - Drei Siebtklässlerinnen haben in der Schülerzeitung "Die Hupe" einen kritischen Bericht über ein Sozialkompetenztraining veröffentlicht und damit für einen Eklat am Max-von-Laue-Gymnasium gesorgt. Der Fall zieht Kreise: Jetzt ist von Rufmord die Rede und von Manipulation.
Doch von Anfang an. Seit mehr als zehn Jahren nehmen alle Fünftklässler am MvLG an einem Sozialkompetenztraining teil, das die Coachingfirma Germscheid-Concept aus dem Kreis Neuwied durchführt.
Das Konzept der Konfrontationspädagogik, auf dem dieses basiert, scheint aber zumindest in einem Fall nach hinten losgegangen zu sein.
"In der 5. Klasse hatten wir das Training", erzählt Lena Adams, die heute die 7. Klasse besucht und Mitautorin besagten Artikels ist. "Der Trainer hat nach einem Problem in der Klasse gesucht, einen zum Opfer gemacht und alle anderen zu Tätern. Dabei war das Problem schon lange keins mehr."
Das Training gewann offensichtlich eine so negative Dynamik, dass am Ende viele Kinder weinend nach Hause gekommen sein sollen. Nach massiven Elternbeschwerden wurden Gespräche geführt, danach ruhte das Thema für zwei Jahre.
Interview und Befragung folgten
Bis Lena und zwei Mitschülerinnen entschieden, die Sozialkompetenztrainings in der "Hupe" aufzugreifen. Ein Interview mit Erwin Germscheid, Inhaber der Coachingfirma, wurde geführt, Mitschüler wurden befragt und die eigenen Erlebnisse mit dem Training aufgeschrieben - fünf Seiten in der Mitte des Heftes, das mit einer Auflage von 450 Exemplaren erscheint. Wahrscheinlich wäre das Thema innerhalb der Schule diskutiert worden und damit erledigt gewesen.
Denn auch positive Stimmen wurden gedruckt, und insgesamt sprachen sich mehr befragte Schüler für das Training aus als dagegen. Doch die Dinge nahmen einen anderen Lauf.
Im Dezember kam das Heft heraus, und mehr als die Hälfte der Exemplare war schon verkauft, als das Schülerzeitungsteam beim Weihnachtskonzert an der Schule den Rest an den Mann bringen wollte.
"Dann kam aber ein Mitglied der Schulleitung und hat alle ,Hupen‘ weggeschlossen", sagen die beteiligten Redaktionsmitglieder. Am nächsten Tag wurden die drei jungen Autorinnen zu einem Gespräch zur Schulleitung gerufen, bei dem auch Erwin Germscheid anwesend war.
Mit rechtlichen Schritten gedroht
Dieser machte der Schule und auch den Mädchen Vorwürfe und drohte der Schule mit rechtlichen Schritten. Seine Kritik: Er fühlte sich in dem Interview falsch wiedergegeben, hätte den Text vor Erscheinen noch lesen wollen - was nicht abgesprochen war, wie er einräumt - und hatte ein paar kleinere sachliche Fehler zu bemängeln.




















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