Schlammschlacht: Freilicht-Leiden auf der Loreley
Um Mitternacht aber hilft Ihnen Ihr morasttaugliches Gefährt. Sie geben vor, all den erbärmlichen verdreckten Gestalten vor Ihnen zu helfen, die schiebend hinter hochkarätigen Fahrzeugen bis zur Hüfte mit Schlamm übersäht sind und so gar nicht wie Konzertbesucher aussehen.
Oder Sie gehen (Anglerstiefel!) zur der schon etwas älteren Dame, die sich mit ihrem Polo immer tiefer ins Erdreich eingräbt und spannen Ihren Trecker vor.
Sie kommen nach vorne, keine Frage. Auf der Straße angekommen koppeln Sie die Oma ab und überlegen, ob man Ihnen denn auch geholfen hätte, wenn Sie keinen Traktor gehabt hätten. Sie entschließen sich nach Hause zu fahren und singen lauthals: Ich hab´ die Loreley in ihrem Bett gesehen, …
Soweit unsere Empfehlung an Sie.
„Aber Udo hat ein schönes Konzert gegeben“, sagte meine Frau noch auf dem Heimweg. „Ja, sehr schön sogar!“, meinte ich. „ Und außerdem konnte ja der Veranstalter und St. Goarshausen auch nichts für das beschi…. Wetter! Wir sind eben in eine einmalige Ausnahmesituation geraten.“
"Genau“ stimmte mir meine Frau zu und mir schien, dass das Geburtstagsgeschenk doch noch irgendwie gelungen war.
Nach ca. 50km hielten wir zum Tanken. „Geh´ Du bezahlen“, sagte ich zu meiner Frau. „Du siehst noch verhältnismäßig sauber aus.“
„Ach, Sie kommen von der Loreley!“, begrüßte der Tankwart meine Frau. „Woher wissen Sie das denn?“ fragte meine Frau. „Heute waren vor Ihnen schon mindestens zehn Leute da, total verdreckt und sauer auf die Loreley. Und so geht das hier fast jedes Wochenende!“
Nachdem meine Frau mir vom Tankwart erzählt hatte, war es eine ganze Weile still im Wagen. Dann brach meine Frau das Schweigen: „Liebling, fahr bitte nie wieder mit mir nach Goarshausen!“ Ob sie das „Sankt“ wohl versehentlich vergessen hatte?




















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