Schlammschlacht: Freilicht-Leiden auf der Loreley
St. Goarshausen - Die Loreley ist berühmt geworden für untergehende Schiffe. Besucher können da aber auch ohne Zutun langhaariger Frauen versinken - mit ihren Autos im Schlamm. Nach dem Udo Jürgens-Gastspiel hat Konzertbesucher Dr. Woldemar Hövel das auf launige Art festgehalten.
"Letzten Sonntag waren wir beim Freilichtkonzert in St. Goarshausen/Loreley!
Udo Jürgens, ein Konzert als Geburtstagsgeschenk für meine Frau.
"Zu einem Freilichtkonzert muss man gut vorbereitet hingehen und auf alles mögliche gewappnet sein“, sagte ich zu meiner Frau. „Da geht man nicht im Abendkleid hin! Und früh genug sollte man auch da sein, damit man einen guten Parkplatz bekommt.“ „Ja , Liebling“, antwortete meine Frau. „Gutes Schuhwerk, Regenschirm, Regenzeug, Pullover: ich glaub´ ich hab´ alles was wir brauchen.“
Nicht ganz, denn wir waren auf der Loreley!
Ach, Sie werden dort bald auch in den Genuss eines Freilichtkonzerts kommen?
Dann empfehlen wir folgende Vorbereitung:
Zunächst verkaufen Sie Ihr Auto und kaufen sich vom Erlös einen guten Traktor.
Warum? Gemach, Sie werden schon sehen.
Als Schuhwerk empfehlen wir Bergstiefel zum Konzert und Anglerstiefel zur Beschreitung des Parkplatzes. Letztere können Sie in einer Box auf dem dortigen Campingplatzes deponieren. Diese Box muss allerdings ein gutes Schloss haben, denn Ihre dort verstauten Utensilien sind zwischen 23.00 Uhr und 1.00 Uhr ausgesprochen begehrt.
Im Auto - Verzeihung - Traktor legen Sie vorsichtshalber mehrere Exemplare Wechselwäsche parat und zwar jeweils vollständig, also inkl. Unterwäsche. Hier sollte auch ein Nachttopf dezent versteckt werden, denn die Herren haben zwar kein großes Problem aber die Damen fühlen sich nach Konzertende und weiteren 1 ½ Std. Wartezeit am Parkplatz etwas unterversorgt.
Sagte ich gerade Parkplatz? Nun ja, ich bin vielleicht etwas zu höflich, weil wir schließlich 5 Euro Parkgebühren gezahlt haben. Jedenfalls sollten Sie nach dem Konzert in Ihre Anglerstiefel schlüpfen und mutig die Parkfläche beschreiten. Dabei beobachten Sie vergnügt, wie überall um Sie herum lächerliche Versuche unternommen werden, durch
5 bis 10 cm hohen Schlamm auf feuchter Wiese zur Straße zu schlingern. Sie aber waten unbeirrt zu Ihrem Trecker (Aha!) und tuckern gemächlich von dannen.
Sofern man Sie vorbeilässt. Waren Sie nämlich der Erste vor Ort, sind Sie nun leider der Letzte der rauskann. Zugegeben etwas verwirrend, aber die Parkaufsicht weiß, was sie will, und Sie haben sowieso nichts zu kamellen!



















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