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Ring-Pächter wollen im Geschäft bleiben

Rheinland-Pfalz. Am Nürburgring dreht sich alles in eine neue Richtung. Die privaten Ring-Betreiber wollen den Konflikt mit der Landesregierung nun konstruktiv lösen.

Legendärer Eifelkurs: Fährt der Ring mit Vollgas in eine friedliche Zukunft - oder doch nicht? Foto: dpa
dpa

Offenbar hat die Geschäftsführung der Nürburgring GmbH (NAG) akzeptiert, dass die heiß umkämpfte Pacht nicht gesenkt wird. Vor einem Spitzengespräch von Innenminister Roger Lewentz (SPD) und der NAG-Spitze senden die Ring-Pächter Friedenssignale aus. "Der Konflikt muss aufhören. Beide Seiten finden eine gütliche Einigung", heißt es.

Wie lange der Bugfrieden hält, wird man sehen. Das Gespräch war ursprünglich auf den 20. Dezember terminiert. Es soll jetzt nach Weihnachten oder Anfang Januar stattfinden. "Aus rein terminlichen Gründen", wie ein NAG-Sprecher betont.

Für die 380 Beschäftigten wird es ein bitteres Weihnachtsfest. Spätestens im Februar nächsten Jahres werden 59 Kündigungen ausgesprochen. 21 Mitarbeiter, die formal noch zur nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH gehören, müssen dorthin zurückkehren. Was tun sie künftig? Keiner weiß es genau. Bei den übrigen 61 Betroffenen laufen Zeitverträge oder Ausbildungsverhältnisse aus. Insgesamt geht es um 141 Arbeitsplätze. Wer an einer der 100 offenen Stellen in der Lindner-Hotelgruppe interessiert ist, wird bevorzugt eingestellt, so der NAG-Sprecher.

Weiter strittige Punkte

Es gibt freilich noch eine Reihe von ungelösten Konfliktthemen zwischen NAG und Land. Forderungen in Millionenhöhe wurden gegenseitig hochgerechnet. Der Mahnbescheid über vier Millionen Euro steht im Raum. Der Streit um die Tourismusabgabe von insgesamt 6,4 Millionen schwelt, deren Auszahlung die Betreiber vom Land verlangen. Aber die Schärfe ist (vorerst) raus aus der Debatte. Mit abgespecktem Freizeitpark und weniger Personal sehen sich die Pächter wieder auf gutem Kurs. Von "Umsatzrenditen um die 20 Prozent" ist die Rede. Die Pacht kommt, wird beteuert: fünf Millionen in diesem und gut zehn Millionen im nächsten Geschäftsjahr.

Überhaupt will man bei der NAG lieber über die Zukunft reden, über neue Konzepte, die sich alle um die Faszination Auto und Motorsport drehen. Die "Carbon-Card", als "exklusivste Motorsportkarte der Welt" vermarktet, soll da nur der Anfang sein. Das Ticket bietet unter anderem eigene Zeiten auf der legendären Nordschleife. Inzwischen ist man bei der NAG auch nicht abgeneigt, Pläne für ein Forschungs- und Testcenter für grüne Antriebstechnologien zu entwickeln. So etwas könnte innovative Unternehmen in die Eifel locken und das Kongress-Geschäft ankurbeln.

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