Ring-Manager finden Ringwelt übergroß
Nürburg - In bisher nicht gekannter Schärfe haben die Nürburgring-Gesellschafter Kai Richter und Jörg Lindner die Vorgeschichte und Dimensionen des Projekts kritisiert.
„Es ist gut, dass investiert wurde, es ist nicht gut, dass in der Größe investiert wurde, da stimmen wir alle überein“, sagten Richter in einer Diskussionsrunde mit Fans und örtlichen Geschäftsleuten.
(*Zu diesem Artikel gibt es einen gesonderten Blog-Beitrag unter http://blog.rhein-zeitung.de/?p=14182)
Lindner distanzierte sich auch: „Ich habe das hier nicht gebaut.“ Richter rechnete auch vor, dass es dort noch 42 kleine Baustellen gibt. „Wenn ich sie rumführte, das würde eine Woche dauern. Wir könnten hier zehn Tage die Woche arbeiten“, beide hätten einen „ganz schwierigen Job“. Allerdings, so Richter, trage die Arbeit Früchte. „Man wird in dieser Saison die ersten Erfolge sehen.“
Als Beispiel nannten sie den erstmals am Nürburgring ausgetragenen „Fishermens Friend Strongmanrun“, bei dem sie mit bis 10.500 Teilnehmern und bis zu 50.000 Besuchern rechnen.
Allerdings mussten die rhetorischen gewandten Manager sich auch anhören: „Das ist doch alles Verarsche, was Sie hier machen. Sie kassieren auf unsere Kosten.“ Das waren weitere Punkte:
Der „neue Ring“ und die Besucherzahlen: Mehrfach auf schwache Besucherzahlen des RingBoulevards und des RingWerks angesprochen baten die Verantwortlichen um „Zeit, die Formate zu entwickeln“. „Sie dürfen sich den Boulevard nicht als Shoppingmeile vorstellen. Wir müssen Veranstaltungsformate finden, die die hervorragende Location nutzen, die so kein anderer hat.“ An anderen Rennstrecken gebe es keine ähnliche Infrastruktur, dort saufe man ab, wenn es regne. Lindner: „Wir wollen zeigen, dass der Nürburgring die beste Eventlocation in Deutschland ist.“ Diese Saison werde erfolgreicher sein als die vorherige, und die im kommenden Jahr erfolgreicher als die diesjährige. Lindner und Richter luden dazu ein, Vorschläge zu machen.
Der „neue Ring“ und der Motorsport: Ohne konkreter zu werden erklärten sie, es sei auch ein Konzept in Arbeit, um noch motorsportlastiger zu werden. Den Vorwurf, vor allem die Belange der Amateurmotorsportler nicht zu kennen und nicht zu berücksichtigen, wird der Nürburgringführung von Fans und ansässigen Unternehmen häufiger gemacht. Richter griff das auf: „Uns verbindet der Führerschein Klasse 1 und 3 mit dem Motorsport.“ Das sei aber vielleicht ein Vorteil, um Bedürfnisse erkennen und den Motorsport für breitere Schichten attraktiver machen zu können.




















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