Razzia beim Nürburgring-Pächter: Keine Ruhe an der Eifel-Rennstrecke
Rheinland-Pfalz - Neuer Mega-Skandal am Nürburgring? Nach monatelangen Ermittlungen hat die Koblenzer Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume der Automotive GmbH, der CST (Cash Settlement & Ticketing GmbH) sowie der Nürburgring GmbH durchsucht.
Zeitgleich beschlagnahmten die Ermittler Beweismaterial in Privatwohnungen an mehreren Orten. Grund der Razzia: Bei führenden Managern am Ring besteht der Verdacht auf Untreue. Im Visier der Staatsanwaltschaft ist unter anderem der Düsseldorfer Unternehmer und Nürburgring-Pächter Kai Richter. Die Büroräume seiner Firma Mediinvest wurden ebenso durchsucht wie sein Privathaus.
Doch nicht nur dem umstrittenen Kai Richter droht juristisches Ungemach. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Nürburgring GmbH (NG), Walter Kafitz. Überraschend geriet auch der aktuelle NG-Geschäftsführer Hans-Joachim Koch unter Verdacht. Ermittelt wird weiterhin gegen die früheren Direktoren für Finanzen und Controlling, Hans Lippelt und Michael Nuss-Kaltenborn. Auslöser für die Razzia war der geheime Bericht des Landesrechnungshofs, über den unsere Zeitung ausführlich berichtete. In der Expertise wurde Ring-Pächter Richter vorgeworfen, beim Aufbau eines bargeldlosen Zahlungssystems am Ring auf höchst problematische Weise profitiert zu haben - in der Regel auf Kosten des Landes und damit des Steuerzahlers.
Fragwürdige Finanzierung
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich nun auf zwei Kernbereiche. Der erste Ansatzpunkt ist die fragwürdige Finanzierung der Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST). Der nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH ist dabei nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ein Schaden von 4,125 Millionen Euro entstanden. Hintergrund: Die CST wurde 2008 gegründet, um das bargeldfreies Bezahlsystem für den Freizeitpark am Ring zu installieren und (bis heute) zu betreiben. Gesellschafter waren zu jeweils 50 Prozent die Nürburgring GmbH und die private MI Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH (MI), die weitgehend Kai Richter gehörte. Die nötigen Investitionen sollten von beiden Seiten gleichermaßen getätigt werden. Doch in Wirklichkeit, so der Verdacht der Koblenzer Staatsanwaltschaft, war das Land spätestens ab April 2009 bis November 2010 der alleinige Geldgeber. Denn die MI hatte keine Mittel flüssig, um die CST zu finanzieren. Statt der geplanten 4,125 Millionen schulterte die Nürburgring GmbH die gesamten 8,25 Millionen Euro. Bereits der Landesrechnungshof bemängelte, dass diese Praxis kaum einem sorgsamen Umgang mit Steuergeldern entsprochen hat.





















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