Raum Diez: Kinderschänder zum fünften Mal verurteilt
Rhein-Lahn-Kreis - Zwei Jahrzehnte lang hat ein Kinderschänder (41) im Raum Diez immer wieder kleine Mädchen sexuell missbraucht. Im Kinderzimmer und auf der Herrentoilette. In der Grillhütte, im Auto und im Büro. Gerichte verurteilten den Mann bereits vier Mal wegen Kindesmissbrauchs (2007, 2006, 1988 und 1987).
Jetzt hat ihn das Landgericht Koblenz zum fünften Mal verurteilt – wieder wegen Kindesmissbrauchs. Es verhängte eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren. Und es behielt sich vor, die Sicherungsverwahrung für den Mann anzuordnen, falls die Therapie, die er derzeit macht, scheitert.
Der 41-Jährige sitzt wegen einer Sextat in einem WC seit 2007 in Haft. Vor dem Landgericht wirkte er ängstlich. Er ließ seinen Anwalt ein pauschales Geständnis abgeben. Er selbst sagte nur einen Satz: „Das ist mir hier alles zu viel.“
Rückblick: 1996 und 1997 lebt der Mann mit seiner Freundin und deren Töchtern im Raum Diez. An einem nicht bekannten Tag folgt er der Tochter (7) ins Kinderzimmer. Er schließt die Tür. Dann vergeht er sich an ihr.
Später verübte er weitere Übergriffe auf das Mädchen. Auch ihre jüngere Schwester missbrauchte er. Insgesamt beging er mindestens 16 Sextaten. Damit die Mädchen nichts erzählten, machte er ihnen Geschenke. Eine Barbie, eine Diddl-Maus, eine Tüte Gummibärchen. 2009 ging eines der Opfer zur Polizei.
Im März sprach der Kinderschänder mit einem Gutachter. Er beschrieb sich dabei als schüchtern. Von Mädchen fühle er sich angezogen, weil er bei gleichaltrigen Frauen schon seit seiner Zeit auf der Sonderschule keine Chance habe. Trotzdem war er einige Jahre mit einer Frau verheiratet – bis sie sich wegen seiner Verurteilungen scheiden ließ.
In den Richterspruch floss ein älteres Urteil mit ein. In knapp drei Jahren entscheidet das Landgericht auf Basis eines Gutachtens, ob der Mann noch gefährlich ist und in Sicherungsverwahrung muss – oder nach der Haftstrafe freikommt.(haw)



















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