Private Ring-Betreiber wollen nun 49 Stellen weniger abbauen als bislang geplant
Die private Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH (NAG) will nun 49 Stellen am Nürburgring weniger abbauen als bisher angekündigt. Der Grund: Am Zukunftskonzept seien weitere Optimierungen vorgenommen worden, wie NAG-Sprecher Karl-Heinz Steinkühler mitteilte. Bislang hatte die NAG-Geschäftsführung vorgehabt, 141 Arbeitsplätze im Rahmen ihrer Restrukturierung zu streichen. Die Gewerkschaft Verdi indes geht nach wie vor davon aus, dass 173 Arbeitsplätze wegfallen sollen, wie Gewerkschaftssekretär Jürgen Rinke-Oster mitteilte.
Verdi bucht die neueste NAG-Nachricht unter der Rubrik „Schönrechnerei“ ab; noch am Freitagmorgen hatten sich die Verdi-Vertreter Rinke-Oster und Jürgen Jung mit dem Betriebsrat und Innenminister Roger Lewentz getroffen. Rinke-Oster: „Jeglicher Versuch, die Zahlen nach unten zu rechnen, ist gegenüber dem Betriebsrat nicht begründet und nachweislich nicht vorgelegt worden. Das haben wir auch Herrn Lewentz deutlich gemacht.“ Die Reduzierung beruhe auf einem Vorbehalt, dass zunächst eine Betriebssanierung durchgeführt werden solle. Rinke-Oster: „Dieser Schaden soll von Dritten erledigt werden. Ob er allerdings von Dritten bezahlt wird, ist völlig offen, wie uns die Personalabteilung mitgeteilt hat.“
Die NAG indes begründet ihre plötzlichen Bekanntgabe des reduzierten Stellenabbaus auf Anfrage unserer Zeitung so – Sprecher Steinkühler: „Die Geschäftsführung hat diese Woche mit den Bereichsleitern des Unternehmens hart um Kosten gerungen, um weitere Arbeitsplätze sichern zu können.“ Dass die ursprünglich genannte und wie sich nun herausstellt, viel zu hohe Zahl von 141 Stellenstreichungen taktische Gründe gehabt haben könnte, streitet der er vehement ab: „Da ist keine Taktik im Spiel, die verbietet sich ja wohl. Es geht einzig darum, Maßnahmen zu ergreifen, um die geforderte Pacht erwirtschaften zu können.“
Welche NAG-Bereiche nun von der Reduzierung des Stellenabbaus profitieren, wollte der Sprecher nicht verraten: „Die Einzelmaßnahmen sind Unternehmensinterna und haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen.“ Allerdings: Laut NAG sollen 33 Arbeitsplätze in der Grünen Hölle sowie 93 Stellen im Lindner-Hotel erhalten bleiben.
Der Abbau der 92 Arbeitsplätze dagegen soll laut NAG so vollzogen werden: 55 unbefristete Arbeitsverhältnisse sollen gekündigt werden, ferner gibt es 17 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen, 10 weitere befristete Verträge laufen bereits dieses Jahr aus, 3 Arbeitnehmer hätten 2012 von sich aus gekündigt, 7 NAG-Mitarbeiter befänden sich in Elternzeit. Derzeit verhandelt die NAG-Geschäftsführung laut Steinkühler mit dem Betriebsrat über die Aufstellung eines Sozialplans. Von unserem Redakteur Jan Lindner




















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