Polizei warnt vor „Rip Deal": Betrüger nehmen Immobilienanbieter aus
Rheinland-Pfalz. Sie wollen eine Immobilie oder andere größere Werte zum Verkauf anbieten? Vorsicht – ihnen könnten Betrüger auflauern, die besonders dreist vorgehen.
Die Sonderermittlungsgruppe Trufa (spanisch: Schwindel, Betrug) der Kriminaldirektion Koblenz warnt Verkäufer von Sachwerten vor Betrügern. Die melden sich mit Namen Ladwein, Avram, Bernstein, Rothschild, Silberhorn, Jungstern und ähnlich klingenden Alias. Rip Deal nennt sich die immer gleiche Masche der meist südosteuropäischen Täter. Sie begann wie bei Hans D. mit einem Verkaufsinserat.
Hans D. hatte seit Beginn der Wirtschaftskrise trotz Maklers seine liebe Not mit dem Verkauf eines geerbten Eigenheimes. Immer wieder inserierte der Hausbesitzer das Objekt. Mal im Internet, dann wieder in der Zeitung. Ohne Erfolg – bis Anfang vergangenen Jahres sein Telefon klingelt.
„Ladwein am Apparat", meldet sich eine sonore Stimme, die Interesse an dem Haus vorgibt. „Das Display meines Telefons zeigte mir eine Nummer aus den Niederlanden", erinnert sich Hans D. Die Herren geraten ins Plaudern, und Ladwein erfährt, dass D. neben dem Haus zwei Eigentumswohnungen anbietet. Man einigt sich auf die Übersendung der Exposés für die Objekte per E-Mail. Wenige Tage später traut D. seinen Ohren nicht. Der Chef heißt Avram, möchte sämtliche Objekte und wünscht ein Treffen im niederländischen Tillburg. „Ich konnte mein Glück kaum fassen, dass es plötzlich so einfach war", beschreibt D. seine Freude.
Treffen im Hotel
Mit Frau und Bruder fährt er zu dem Treffen in einem guten Hotel. Herr Avram akzeptiert den Kaufpreis von 470 000 Euro ohne Murren. Er macht aber den Vorschlag, nur einen Teil der Geldsumme offiziell bezahlen zu wollen. 120 000 Euro von Avram in 500-Euro-Scheinen soll D. in kleine Scheine umtauschen und hierfür eine Provision von 30 000 Euro erhalten. „In dem Moment wurde ich misstrauisch", erinnert sich der Verkaufswillige. Er bittet um Bedenkzeit. Einen Tag später lehnt D. das Tauschgeschäft ab.
Zwei Wochen später erkundigt sich ein Herr Bernstein nach seinem Wohnhaus. Man einigt sich auf 178 000 Euro. 150 000 Euro offiziell, 28 000 ohne Beteiligung des Finanzamtes „schwarz". Außerdem wünscht Bernstein ein Tauschgeschäft. D. soll 36 000 Euro in 500-Euro-Scheinen erhalten und dafür 30 000 Euro in kleinen Geldscheinen mitbringen.




















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