Podzun: Ich war kein Mann für die zweite Reihe
Rheinland-Pfalz. Vor rund einem Jahr ist er als Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz zurückgetreten, einer Schuld ist sich Hans-Jürgen Podzun auch heute nicht bewusst: „Ich habe die Kammer nicht geschädigt. Ich habe keine kriminellen Dinge getan“, sagte er unserer Zeitung.
Rheinland-Pfalz. 18 Jahre lang war Hans-Jürgen Podzun ein markanter Vertreter der Wirtschaft im Norden von Rheinland-Pfalz, 18 Jahre lang prägte er Wirken und Wahrnehmung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz wie kein Zweiter. Dann aber erlebte der lange Zeit so einflussreiche IHK-Chef einen jähen Absturz: Eine Kraftprobe zwischen IHK-Präsident Manfred Sattler und dem lange Jahre so selbstbewusst agierenden Hauptgeschäftsführer sowie Untreue-Vorwürfe gegen ihn beendeten die Ära Podzun. Er gab sein Amt vor rund einem Jahr auf. Ende Dezember lief sein Vertrag mit der IHK Koblenz formal aus.
Ein Jahr nach dem Absturz: Unsere Zeitung gab Podzun Gelegenheit, ausführlich über seine Amtszeit, ihr schlagzeilenträchtiges Ende, seine Verdienste und seine Fehler zu sprechen – nicht zuletzt deshalb, weil der 62-Jährige sich nach wie vor auch als Opfer einer Medienkampagne sieht. Wir dokumentieren hier die wesentlichen Teile des Gespräches mit Podzun, bewusst ohne sie zu kommentieren – gegliedert nach den einzelnen Themenblöcken des Treffens, zu dem Podzun wie in seinen Zeiten an der Spitze der Kammer im dunklen Anzug mit gelber Krawatte und dem Bundesverdienstkreuz am Revers erschienen war.
Seine Schwerpunkte als Kammer-Chef: „Mir ging es immer um die Verbesserung der Rahmenbedingungen für unsere regionale Wirtschaft“, betont Podzun. Gemessen an diesem Ziel, betrachtet er sein Wirken im Kammerbezirk, aber auch weit darüber hinaus als ausgesprochen erfolgreich. Als „Kämpfer für die Marktwirtschaft und mittelständische Wirtschaft“ war er nach eigener Einschätzung „häufig mit Erfolg“ unterwegs, „manchmal auch ohne“.
Sein Verhältnis zur Politik: „Ja, es hat mir auch Spaß gemacht, gegen politische Obrigkeiten aufzustehen, wenn es um die Interessen des Mittelstandes ging. Dann bin ich auf die Barrikaden gegangen“, blickt Podzun auf seine 18 IHK-Jahre zurück. „Ja, ich hatte auch Spaß an der öffentlichen Auseinandersetzung – weil man in unserer mediengeprägten Gesellschaft nicht nur im stillen Kämmerlein wirken kann.“




















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