Nun spricht die Mutter der kleinen Anna: Scheinwelt vorgegaukelt?
Bad Honnef. Während die Staatsanwaltschaft auch zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod der kleinen Anna in Bad Honnef immer noch mit der Aufklärung des Verbrechens beschäftigt ist, hat sich erstmals die leibliche Mutter des neunjährigen Pflegekinds zu Wort gemeldet.
Von unserem Redakteur Marcelo Peerenboom
Wie die Bad Honnefer Wochenzeitung berichtet, hofft die Frau, dass die Pflegeeltern eine gerechte Strafe bekommen. Der 51-jährige Pflegevater hatte zugegeben, das Kind über Monate hinweg immer wieder mit Klebeband gefesselt und an ihrem Todestag in der Badewanne mit dem Kopf unter Wasser gedrückt zu haben. Anna war laut Obduktionsergebnis ertrunken. Beide Pflegeeltern sitzen seitdem in Untersuchungshaft.
Anna hätte in wenigen Wochen zurück zur Mutter ziehen dürfen
Die Aussagen der jungen leiblichen Mutter verschärfen die Dramatik des Falls. Demnach hätte das Kind bereits in wenigen Wochen wieder bei seiner Mutter einziehen dürfen, da sie eine Therapie erfolgreich abgeschlossen habe.
Wie die Frau berichtet, wurde Anna vor etwa zweieinhalb Jahren zum ersten Mal für fünf Wochen in einer Pflegefamilie untergebracht, da die Mutter eine Therapie machen musste. Damals sei alles in Ordnung gewesen. Anna habe gerne im Planschbecken getobt. Von einer Wasserphobie, von der die Jugendämter heute berichten, sei keine Spur gewesen.
Die Staatsanwaltschaft hatte Aussagen des Pflegevaters zitiert, nach denen es immer problematisch gewesen sei, das Kind zu baden. Daher habe er zu Zwangsmaßnahmen gegriffen.
Von selbstverletzendem Verhalten hat Annas Mutter nie etwas gemerkt
Ebenfalls wurde von autoaggressivem, also selbstverletzendem, Verhalten berichtet, das zum Teil die blauen Flecken erklären sollte, die das Kind aufwies. Ein solches Verhalten, so betont Annas leibliche Mutter nun, habe das Kind früher nicht aufgewiesen. Als Anna im Juli 2008 zu den Bad Honnefer Pflegeeltern kam, habe alles einen guten Eindruck gemacht, zitiert die Honnefer Wochenzeitung die Mutter. Das Paar habe sogar sein eigenes Schlafzimmer geräumt, damit Anna ein eigenes Zimmer bekommt.
Kein Telefonkontakt, weil das Kind danach "immer so aufgedreht" sei
Im August 2008 hat die Mutter dann Anna zum letzten Mal gesehen. Da das Mädchen nach den Anrufen der Mutter immer so aufgedreht gewesen sei, habe sie die Telefonate einstellen sollen. Nun müsse sie feststellen, dass ihr offenbar eine Scheinwelt vorgegaukelt worden sei.




















Diesen Artikel versenden