Nürburgring: Streit um die Nordschleife dreht sich weiter
Nürburgring. Der Saisonstart am Nürburgring naht, die miese Stimmung rund um die Rennstrecke bleibt.
Während die Millionenpleite an Start und Ziel Staatsanwaltschaft und Politik beschäftigt, rückt jetzt die Nordschleife in den Fokus des Interesses für Ringfahrer aus aller Welt und die Hotellerie und Gastronomie der Region. Die Nürburgring Automotive GmbH hat alle Verträge mit Firmen, die Fahrerlehrgänge anbieten gekündigt und auch neue Preise für Touristenfahrten festgelegt.
Zumindest die Scuderia Hanseat, seit 52 Jahren auf der Nordschleife zu Hause, will sich damit nicht abfinden. Sie glaubt gültige Verträge noch aus der Zeit mit der Nürburgring GmbH zu haben und will möglicherweise gerichtliche Schritte einleiten.
Die für 2011 angekündigten Fahrerlehrgänge könnten wegen eines fehlenden Vertrages und einer Erhöhung der Gesamtkosten um 60 Prozent jedenfalls nicht stattfinden, hieß es in einer Erklärung der Scuderia vor einigen Tagen. Mehr als 80 Mitarbeiter, Hunderte von Fahrern sowie Gastronomie und Hotellerie der Region seien betroffen.
„Schnelles Geld statt sportlicher Tradition – ist das das Ende des Nürburgrings?“ fragt Gudrun Pauli von der „Scuderia Hanseat“. Die Scuderia denkt über eine Schadensersatzklage nach.
Stefanie Hohn, Pressesprecherin der Nürburgring Automotive sieht auf Nachfrage der RZ die Sachlage ganz anders. „Entgegen der Darstellung der Scuderia Hanseat gibt es keinen gültigen Vertrag zur Durchführung weiterer Lehrgänge nach dem 31.Dezember 2010. Sämtliche Absprachen und Vereinbarungen in dieser Hinsicht wurden in der Vergangenheit mit dem ehemaligen Geschäftsführer der Nürburgring GmbH (Walter Kafitz, Anmerk. d. Red.) nur mündlich getroffen." Die Automotive habe der Scuderia ein neues, rabattiertes Vertragsangebot unterbreitet, welches sie nach mehreren Fristverlängerungen habe verstreichen lassen, so Hohn.
Aber die Scuderia ist nicht das einzige Unternehmen, das weiterhin im Clinch mit den neuen Betreibern liegt. Ähnlich geht es auch der in Nürburg ansässigen Firma Speed Marketing. „Wir werden einfach beiseite geschoben“, klagt deren Geschäftsführer Ossi Kragl.
Speed Marketing hat laut Kragl in den vergangenen Jahren mit seinen Lehrgangsteilnehmern für jährlich rund 14.000 Übernachtungen in der Region gesorgt. „Es war schon mit Walter Kafitz schwer. Es lief alles unprofessionell ab, aber man hat sich doch immer wieder einigen können. Mit den neuen Betreibern ist es jetzt nahezu unmöglich, zu einer Einigung zu kommen“, so Kragl.




















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