Nürburgring: Millionen verschenkt?
Rheinland-Pfalz - Hat das Land 2009 im Ringen um die Formel 1 Millionen Euro verschenkt?
Nach Informationen der „Allgemeinen Zeitung“ hat der damalige Ring-Boss Walter Kafitz am 25. August 2009 dem Aufsichtsrat der größtenteils landeseigenen Nürburgring GmbH ein sehr lukratives Angebot von Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone übermittelt. Dieses soll Konditionen ähnlich denen des Hockenheim-Rings enthalten haben. Bei der Sitzung saßen angeblich mit am Tisch: der damalige Finanzstaatssekretär Rüdiger Messal sowie Regierungsbeamte des Wirtschaftsministeriums.
In einem Vermerk an den damaligen Aufsichtsrat hieß es nach Angaben der Zeitung: „Dadurch würde sich das finanzielle Risiko der Nürburgring GmbH pro Veranstaltung um Euro 5 Millionen senken, so dass, auf zwei Jahre gesehen, die Ausrichtung kostenneutral wäre.“ Das Gremium ließ aber angeblich die Frist von zwei Wochen verstreichen. Das Ergebnis für Ecclestone lag dem Papier zufolge bei 12,8 Millionen Euro. Voraussetzung war, dass die Formel 1 ab 2010 jährlich in der Eifel gestartet wäre. Das zuständige Infrastrukturressort hatte noch vergangene Woche erklärt, eine Offerte von Ecclestone sei ihm „nicht bekannt“. Der Hockenheimring hatte 2010 einen Gewinn mit der Formel 1 eingefahren. Die CDU sieht nun die Glaubwürdigkeit von Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) „schwer erschüttert“.
Zuvor war das Thema Nürburgring bereits im Landtag Thema. Dabei hielt sich Rot-Grün trotz der jüngsten Turbulenzen um Pachtzahlungen und geschönte Zuschauerzahlungen bedeckt. SPD-Fraktionschef Hendrik Hering, unter dessen Ägide als Wirtschaftsminister die derzeit strittigen Verträge verhandelt wurden, ging lediglich auf den Streit um die Nürburgring-Pacht ein. „Geschlossene Verträge werden eingehalten“, betonte er. Die privaten Betreiber hatten eine deutliche Absenkung gefordert. CDU-Fraktions- und Parteichefin Julia Klöckner ging indes zum Frontalangriff über: „Der Nürburgring birgt gewaltige Risiken für den Landeshaushalt! Ihre ganzen Zahlen dazu, die geplanten Pachteinnahmen – entpuppen sich zunehmend als Spekulation.“
Die CDU-Chefin kritisierte zudem scharf, dass am Ring über Jahre mit „geschönten Zahlen von Besuchermassen“ gearbeitet wurde, worüber unsere Zeitung zuvor exklusiv berichtet hatte.
db/dpa




















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