Nürburgring-Chefs: „Wir können die Pacht bezahlen“ - Höhere Auflagen für Ringracer
Rheinland-Pfalz. Geht der Pokerkurs der Landesregierung an der legendären Eifel-Rennstrecke auf? Und auf wessen Kosten? Der Sprecher der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), Karl-Heinz Steinkühler, erklärt inzwischen, dass die Betreiber mit einem abgespeckten Freizeitpark doch mit Profit rechnen.
„Die NAG kann die Pacht erwirtschaften“, lautet die neue Ansage. „Der Nürburgring fährt nicht gegen die Wand“ und könne in kleinerem Stil „hochprofitabel“ sein. Bislang hatten die NAG-Chefs Jörg Lindner und Kai Richter vom Land gefordert, die Pacht zu senken. Das war aber abgelehnt worden.
Allerdings soll es dabei bleiben, dass die NAG den Park nicht nur im Winter verkleinern will. „Die nicht rentablen Betriebsteile werden geschlossen“, sagte Steinkühler. Das Ring-Werk, der Boulevard, das Event-Center und die Arena würden voraussichtlich nicht mehr ständig offen sein. Folge: 141 Stellen sollen abgebaut werden – „davon aber nur mit 59 reinen Kündigungen“. Einige Mitarbeiter haben ein Rückkehrrecht zur nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH, bei anderen laufen Verträge aus, wie es heißt.
Das zuständige Infrastrukturministerium kommentiert dies nicht, weil ihm diese Fakten nicht auf dem Tisch lägen. Ministeriumssprecher Joachim Winkler verweist lediglich auf ein Gespräch, das für nächste Woche vereinbart ist. Dies gilt auch für die Zukunft der Formel 1 in der Eifel.
Neues Formel-1-Angebot
Nach Angaben der Betreiber liegt aber ein neues Angebot auf dem Tisch. Die Beteiligung des Landes Rheinland-Pfalz soll damit auf von rund 13,5 Millionen auf unter 10 Millionen Euro sinken, sagte Steinkühler. Das ist das Ergebnis von drei Gesprächen, die die Ring-Betreiber im Auftrag des Landes mit Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone geführt haben. Aber der Vorschlag muss noch mit In-frastrukturminister Roger Lewentz (SPD) besprochen werden. Er hatte sich zuletzt vorsichtig optimistisch gezeigt, dass man sich mit Eccle-stone einigen kann.
Startet Achterbahn doch?
Mit der von Pannen begleiteten Achterbahn Ring-Racer, die eigentlich schon im Juli 2009 als die schnellste der Welt an den Start gehen sollte, rechnen die Ring-Betreiber inzwischen nicht mehr. Aber der Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, Gerd Weisel, geht weiter fest davon aus. Er rechnet damit, dass die Bahn in der nächsten Saison doch noch mit 180 oder sogar 241 Sachen auf Touren kommt, wenn die Kreisverwaltung Ahrweiler zustimmt, die letzte Feinabstimmung perfekt und das Personal geschult ist. Technisch sieht Weisel die größten Probleme gelöst, wie er unserer Zeitung sagte.




















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