Nürburgring: Kampf um Profit aus der Nordschleife
Von unserer Redakteurin Ursula Samary
Rheinland-Pfalz - Die Landschaft rund um die Grüne Hölle hat sich in ein weißes Wintermärchen verwandelt. Aber hinter den Kulissen des Nürburgrings geht es vor dem neuen Rennjahr ziemlich heiß her:
Unter dem Slogan „Save The Nürburgring – Rettet den Nürburgring“ wird international gegen das neue Betreibermodell in einem sozialen Netzwerk im Internet mobil gemacht – mit gewaltigem Echo: In nur vier Wochen fanden sich schon mehr als 36 000 Fans der Facebook-Seite. Eine Internet-Petition an den EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia unterschrieben binnen 48 Stunden auch 2000 Fans der legendären Rennstrecke. Überschrieben ist der Aufruf mit "Your Help is needed to "Save the Nürburgring". Kern der Petition: Die Rennstrecke soll vom Hotelbetrieb und Freizeitpark getrennt werden.
Der Masse der Unterzeichner wird es dabei um ihren Sport und die Rennsport-Atmosphäre an der Nordschleife gehen, um die Sorge, dass der Sport bei der Suche nach Erlösmodellen nur noch die zweite Geige am Ring spielt, aber doch gerade dafür so geliebt wird.
Im Hintergrund geht es auch um knallharte Geschäfte mit der Grünen Hölle. Zu den Initiatoren der Aktion im Internet gehören Menschen wie Sabine Schmitz, die ein Renntaxi und ein Gästehaus betreibt. Sie ist Tochter von Mutter Ursula Schmitz („Pistenklause“), und schon zum Gesicht der Kritiker des neuen, 330 Millionen teuren Ringausbaus und des neuen Betreibermodells geworden ist. Schmitz bringt für die Fans unter anderem die Glaubwürdigkeit aus einer fünfstelligen Zahl von Runden auf dem Ring mit. Ein YouTube-Video mit Weihnachtsgrüßen von ihr, in der sie von "wirklich großen Problemen" berichtet und erklärt, dass Hilfe sehr dringend gebraucht werde, ist schon mehr als 70.000 Mal betrachtet worden.
Menschen wie Familie Schmitz haben Existenzängste, seit das Land den kompletten Ring an die Lindner Gruppe und Ex-Investor Kai Richter verpachtet haben. Denn die neuen Herren am Ring müssen wirtschaftlich agieren, um die Millionen-Miete für die nahezu landeseigene Nürburgring GmbH zu erwirtschaften – auf der Strecke, in Hotels und Feriendörfern, mit Gastronomie samt Ringwerk und Boulevard. Damit ist, „mit öffentlichen Geldern“, so Kritiker eine neue Konkurrenz-Lage entstanden. Ob dabei gegen Vergabe- oder Beihilferichtlinien verstoßen wurde, prüft die EU auf Intervention von CDU- und Grünen-Politikern.





















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