"Natur ganz Nahe", Teil 1: Ein Heim für Echsen, Schlangen und Frösche
Bad Münster-Ebernburg - Einige Menschen ekeln sich, andere haben Angst und manche sind einfach nur fasziniert, wenn sie Schlangen, Echsen, Frösche oder Molche vor sich sehen. Die wechselwarmen Tieren existieren seit vielen Millionen Jahren und haben sich perfekt an ihre Umgebung angepasst. Weltweit gibt es Tausende Arten von winzig und harmlos bis hin zu groß und gefährlich. In der Serie „Natur ganz Nahe“ stellt der „Oeffentliche“ Arten aus dem Naheland vor.
Sie sind höchst scheue Gesellen. Vielleicht deshalb bekommt man sie nur sehr selten in freier Wildbahn zu sehen. Wer Schlangen, Echsen und Amphibien aus dem Naheland bewundern möchte, kann das aber im alten Kurmittelhaus in Bad Münster am Stein-Ebernburg tun – ohne sich lange auf die Lauer legen zu müssen. Dort ist die Naturstation „Lebendige Nahe“ untergebracht, die diese Tiere in einer naturnahen Umgebung zeigt. Manche Tiere fallen sofort auf, wie die auffällig gefärbte Smaragdeidechse, andere wiederum sind gut getarnt, wie die Mauereidechsen.
Die Naturstation „Lebendige Nahe“ existiert seit drei Jahren. Sie nutzt 140 Quadratmeter Ausstellungsfläche in einem Seitenflügel des alten Kurmittelhauses. Alle Tiere, die dort in Terrarien leben, stammen nach Angaben der Betreiber aus Nachzuchten privater Halter und wurden mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde angeschafft.
In den Räumen des Kurmittelhauses zeigen die ehrenamtlichen Mitarbeiter unter anderem Flora und Fauna der Region und bieten Vorträge an. Auch die Pflanzenwelt kommt in der Ausstellung nicht zu kurz. Dank Vorstandsmitglied und Förster Jörg Homann, der die Station regelmäßig mit Ablegern versorgt, die in der Blüte stehen.
In der Naturstation können Besucher auch die scheue Würfelnatter in aller Ruhe bewundern. Wer die Räume betritt, stößt aber zunächst auf Exoten. In einem Aquarium tummeln sich Rotwangen-Schmuckschildkröten. Manch ein Besucher fragt sich dann, wie die exotischen Tiere in eine Ausstellung gelangen, die mit heimischen Amphibien und Reptilien wirbt? Es ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Warum, verraten die Mitarbeiter ihren Gästen gerne. Wir lüften das Geheimnis in einem unserer Serienteile.
Die Tierpfleger bemühen sich außerdem um eine artgerechte Haltung. Wasserstellen, die größer als eine Trinkschale sind, behandeln sie wie ein Aquarium und filtern das Wasser.
Alle Terrarien sind nach Angaben von Dr. Hartmut Wilke, Vorsitzender des Trägervereins, so eingerichtet, dass es eine warme Stelle gibt, an der sich die Tiere aufheizen können. Außerdem gibt es eine trockene und eine ungeheizte feuchte Ecke zum Abkühlen und Trinkwasser als Badewasser oder Sprühnebel.




















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