Nachfolger für Marina Weisband: Der Thon will bei den Piraten intern die Musik machen
Koblenz/Berlin - Er ist Komponist, Musiker, war Gastronom – und jetzt will Johannes Thon Politischer Geschäftsführer der Piraten-Partei werden. Ende April kandidiert er beim Bundesparteitag als Nachfolger von Piraten-Ikone Marina Weisband - und ist sich sicher, dass er diese Aufgabe auch so erfüllen würde, wie sie gedacht ist. Im Interview hat der 44-Jährige erzählt, was er bei Marina Weisband vermisst, wieso er sich in Koblenz geprügelt hat, welche Rolle Künstler bei den Piraten spielen - und wie er Karneval feiert.
Wir hatten noch keine Gelegenheit, müssen uns aber kurzschließen, weil es am 1. April in Koblenz einen runden Tisch geben soll: Verschiedene Urheber kommen ins Gespräch, die existenziell von Nutzungsverwertungen abhängig sind, also aus Musik, Bild, Wort, Film und Fernsehen und Patent.
Ein solcher Termin in Koblenz - ist das schon Wahlkampf in eigener Sache?
Das ist parallel entstanden und hat nichts miteinander zu tun. Wir sind in Rheinland-Pfalz ein wenig in der Diaspora wegen einer leidigen Geschichte…
… ein unverständlich lange gelaufenes, gescheitertes Parteiausschlussverfahren gegen einen Piraten aus Rheinland-Pfalz, dem Holocaust-Relativierung vorgeworfen wurde und der in der Partei bleiben darf …
Ja. Und da ging es darum, positive Aufmerksamkeit nach Rheinland-Pfalz zu holen. Und ich habe die Kontakte und es wäre Blödsinn, wenn ich jetzt so etwas in Berlin organisiere. Koblenz liegt ja auch zentral. Eine zweite Runde kann dann in Berlin sein, mit den Verwertern wie GEMA und VG Wort, die dort sitzen.
Die fragst also nicht, was Dich so erwarten würde als Politischer Geschäftsführer? Die Erwartungen sind sicher groß, nachdem Marina Weisband fast eine Ikone ist.
Die Aufgabenstellung ist ja klar umrissen. Ich sehe da keine riesengroßen Fußstapfen. Ich will auf keinen Fall die Leistung von der Marina schmälern, sie hat Großartiges geleistet, leistet es noch. Aber dass sie die mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, entspricht nicht dem Profil eines Politischen Geschäftsführers. Das ist derjenige, der nach Innen organisiert, ein Bindeglied zwischen Basis und den Landesverbänden und Untergliederungen zum Bundesvorstand. Ich werde, sollte ich gewählt werden, meine Schwerpunkte rein in die innerparteiliche Wirkung legen und nicht durch die Talkshows ziehen. Das macht auch keinen Sinn.
Marina hat das Richtige getan und das glasklar erkannt. Sie wurde so sehr vereinnahmt, dass sie ihrer Position als Politische Geschäftsführerin gar nicht mehr gerecht werden konnte. Man kann ihr auch keinen Vorwurf machen. Es kamen ja die Anfragen, entweder sie als Studiogast einzuladen oder gar niemanden von den Piraten. Und wir brauchen ja auch die Präsenz. Wir brauchen aber für die anstehende Bundestagswahl Leute, die nach Innen wirken und organisieren. Das war Grund für mich zu kandidieren.




















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