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Nach Testfahrer-Crash: Beginnt am Nürburgring der Wilde Westen?

Nürburgring/Boos - Ist die Eifel rund um den Nürburgring der wilde Westen für die Autohersteller? Dürfen hier Testfahrer nach Lust und Laune rasen, gilt hier die Straßenverkehrsordnung nur für Otto Normalverbraucher? Der tödliche Verkehrsunfall am Mittwoch auf einer Zufahrtsstraße zum Ring, an dem gleich zwei Testwagenteams beteiligt waren, wirft Fragen auf.

Für die Polizeidienststellen in Adenau und Mayen, die fast täglich mit Unfällen rund um den Ring zu tun haben, ist die Antwort klar: Nein, Testfahrer und Testfahrzeuge stellen kein besonderes Problem dar.

Weder bei Radarkontrollen noch bei Unfällen gebe es eine statistisch belegbare Auffälligkeit. Es gebe auch keine Klagen aus der Bevölkerung. „Und so einen Unfall hat es meines Wissens auch noch nicht gegeben“, sagt Thomas Emmerichs von der Polizeiinspektion Mayen, der am Mittwoch an der Unfallstelle in Boos war. Er widerspricht auch der Darstellung, dass die Insassen der beiden Fahrzeuge Helme trugen. Was auch nicht erlaubt gewesen wäre. Nur Zweiradfahrer dürfen im öffentlichen Straßenverkehr Helme tragen.

Auch für Testfahrten gilt die Straßenverkehrsordnung

Gleichwohl weiß auch er, dass die Straßen rund um den Ring auch für Testfahrten genutzt werden. Dann gebe es aber auch für diese Fahrzeuge keine Ausnahmen: „Es gilt die Straßenverkehrsordnung, die Autos müssen ordnungsgemäß angemeldet sein.“

Alle Autohersteller erproben ihre neuen Produkte auf der Nordschleife und auch auf den Straßen drumherum sieht man viele "Erlkönige". Aber: Besondere Regeln gelten für die Test-Fahrzeuge nicht und Unfälle wie der vom Mittwoch sind für die Polizei absolut kein Alltag.

Weitaus mehr Arbeit haben die Polizeibeamten Woche für Woche mit sogenannten Touristenfahrern, die glauben, dass die Nordschleife des Nürburgrings sich über die gesamte Region ausdehnt, wie die Kollegen der Dienststelle in Adenau berichten. Tote und Schwerverletzte sind jedes Jahr auf den Zufahrtsstraßen zur Rennstrecke zu beklagen.

Nicht ungefährlich: „wedelnde“ Testfahrer entlang der Nordschleife

Lammfromm sind aber auch die Testfahrer nicht, wie Hans-Joachim Retterath von der Tankstelle Döttinger Höhe aus eigener Erfahrung weiß. Schon mehrfach seien ihm „wedelnde“ Testfahrer auf der Bundesstraße entlang der Nordschleife entgegengekommen.

„Wer nicht weiß, dass es sich hier um einen Piloten handelt, die Schlangenlinien fährt, um was auch immer auszuprobieren und erst spät auf den Gegenverkehr reagiert, dem stockt der Atem.“ Retti, wie der bekannte Hotelier und Tankstellenbetreiber am Ring genannt wird, ärgert das. „Die Jungs wissen, dass sie das nicht dürfen und sollen es lassen. Dafür haben sie doch die Nordschleife.“

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Leserkommentare (4)

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von M.MacManus vom 24.06 - 15:33 Uhr
[QUOTE]Thomas Emmerichs von der Polizeiinspektion Mayen, der am Mittwoch an der Unfallstelle in Boos war. Er widerspricht auch der Darstellung, dass ...
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von Ringfan vom 25.06 - 10:37 Uhr
Hallo M.MacManus, toller Konter auf eifler. Schon seltsam, was der alles so von sich gibt. Mich stört momentan wieder die reisserische ...
3
von lfriedrich vom 25.06 - 22:15 Uhr
Vielleicht hat der Unfall einen ganz anderen Hintergrund. Vor einigen Monaten verunglückte hier im Ort ein Arzt. Alle waren der Meinung "zu schelles ...

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