Mittelrhein-Brücke: Grünes Licht für konkrete Planung
Brasilia/Koblenz/Bingen. Grünes Licht aus Brasilia: Die Vorbereitungen zu einem Brückenbau am Mittelrhein können jetzt in die entscheidende Phase gehen. Für die Landesregierung steht bereits fest: „Der Weg für den Bau einer Mittelrheinbrücke ist damit frei.“
Das Welterbekomitee der Unesco hat bei seiner Jahrestagung in der brasilianischen Hauptstadt den Plänen bei St. Goarshausen zugestimmt, aber wie erwartet Auflagen gemacht. Bis Februar 2011 muss ein „Masterplan" für Erhalt und Weiterentwicklung des Welterbegebiets „Oberes Mittelrheintal" zwischen Koblenz und Bingen vorliegen. Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) kann jetzt wie geplant das Raumordnungsverfahren für eine Brücke zwischen St. Goar-Fellen und St. Goarshausen-Wellmich einleiten. Die Landesregierung sieht ihre Einschätzung bestätigt, dass eine Brücke visuell akzeptabel ist und damit dem außergewöhnlichen universellen Wert der Welterbestätte entspricht. Ziel ist nach wie vor die Fertigstellung im Jahr 2017.
Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) will gleichwohl „nichts übers Knie brechen". Bei der Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens „wollen wir uns bewusst Zeit lassen, das gründlich vorzubereiten, damit es gerichtsfest ist", denn Klagen seien zu erwarten. Baurecht soll aber bis 2014 bestehen, dann folgt die Ausschreibung für das nach wie vor mit 40 Millionen Euro veranschlagte Projekt. Geplanter Baubeginn: Ende 2015/ Anfang 2016.
Die Opposition reagiert abwartend, so lange sie die Beschlüsse selbst nicht hat. „Wenn sich das bestätigt, ist das eine gute Nachricht für die Menschen im Mittelrheintal", kommentiert CDU-Spitzenkandidatin Juli Klöckner. "Gut für gut den Arbeits-, Wohn- u Tourismusstandort." Mittelrhein-Anlieger Hans Josef Bracht (MdL) „hofft, dass das Ergebnis wirklich so eindeutig ist, wie es die Landesregierung verkündet".
Ein Raumordungsverfahren, wie es nun ansteht, war schon 2009 im Gespräch. Doch die Landesregierung wollte noch keine Fakten schaffen, um die Hüter des Welterbes nicht zu brüskieren. Anders als in Dresden, wo der Bau der Waldschlösschenbrücke 2009 zur Aberkennung des Welterbetitels für das Elbtal führte, wollte Rheinland-Pfalz den 2002 verliehenen Titel für das Obere Mittelrheintal nicht aufs Spiel setzen. Die Kosten für den Brückenbau werden mit rund 40 Millionen Euro veranschlagt.




















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