Mit Ketchup oder Mango - in Neuwied gilt: Hauptsache Currywurst!
Neuwied. Manch einer meint ja, beim Neuwieder Currywurstfestival, das an diesem Wochenende in die sechste Runde geht, drehe sich alles um die Wurst. Falsch. Das Tolle an Currywurst ist nämlich, dass sie aus Fleisch ist. Zumindest ist das der Grund, warum Frank Strubel aus Melsbach sie so gerne isst.
Ernste Sorgen macht sich derweil Strubels Kollege Stephan Gröhbühl aus Oberhonnefeld: Ob er wohl auch eine "ganz normale Currywurst mit Pommes" kriegen kann. Kann er. Sein Motto: "Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht." Damit hat er die gleiche Devise wie der Oberbürgermeister. Nikolaus Roth experimentiert auch nicht so gerne. Er wird sich beim Festival "im harmlosen Bereich" durchprobieren. "Ich will keine Hardcore-Wurst", scherzt er bei seinem ersten Besuch am Freitag.
Für Peter von Maikobski dagegen gibt es sowieso nur eine. Und man muss wissen, der Mann ist Experte. Der Mann und die Currywurst haben dieselbe Geburtsstadt: Berlin! Nicht verwunderlich also, dass von Maikobski und seine Berliner Schnauze am Stand mit dem Quasi-Original anzutreffen sind. Hier gibt es keine Experimente. Aber so ganz richtig machen die das da auch nicht.
Peter von Maikobski, Currywurstfachmann qua Geburt, weiß, wie's geht: "Schon mal gut ist, dass die Wurst handgeschnitten ist, nicht mit so einer Fetzmachine", stellt er fest. "Dann kommt Ketchup drüber, ein bisschen Worcestersauce, Curry und Paprika." Wichtig ist außerdem, dass es sich bei der Wurst um eine Siedewurst handelt. "Das schmeckt besser als bei den Rheinländern." Die nehmen ja Bratwurst, die Anfänger. Von Maikobski lebt seit 20 Jahren in der Nähe von Bad Neuenahr und ist extra für die Currywurst nach Neuwied gekommen.
An einem Stehtisch speisen etwas weiter drei junge Damen - und zwar die "ganz normale Currywurst", alle drei. Sie wollen auch keine Extra-Würste. "Wir haben schon schlechte Erfahrungen gemacht", sagt Melanie Schulz aus Neuwied (18). "Letztes Jahr haben wir eine Schoko-Currywurst gegessen, das war fürchterlich." Doch dann kommt die Vierte im Bunde: Madeleine Nickel (18) hat sich an einen "Piratenspieß" gewagt.




















Diesen Artikel versenden