Missbrauchsverdacht am Nürburgring: Kartellamt prüft - NAG auf "Verständigungskurs"
Nürburgring - Missbrauchen die privaten Betreiber des Nürburgrings ihre marktbeherrschende Stellung an der landeseigenen Rennstrecke? Das prüft derzeit die Landeskartellbehörde.
Nach Informationen unserer Zeitung untersuchen die Mainzer Wettbewerbshüter in 15 Fällen, ob die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) als Pächter des Nürburgrings unzulässige Koppelverträge mit anderen Unternehmen abgeschlossen und Preisdiktate durchgesetzt hat.Im Zentrum der Ermittlungen soll die Frage stehen, ob sich die NAG nach der Übernahme des kompletten Betriebs der Rennstrecke und der von der landeseigenen Nürburgring GmbH gebauten Gebäude wettbewerbswidrig verhalten hat. Konkret geht es um den Verdacht, dass etwa Hoteliers und Gastronomen aus der Region sowie gewerbliche Nutzer der Rennstrecke Koppelverträge mit nicht marktgerechten Preisen annehmen mussten, wenn sie am Ring aktiv werden oder bleiben wollten. Dem Vernehmen nach sollen die Ermittlungen sehr detailliert sein.
Land wird energischer gegenüber Pächter NAG
Beobachter werten diesen Schritt als weiteren Beleg dafür, dass das Land mittlerweile deutlich energischer mit der NAG als vor der Landtagswahl umgeht. Jüngst war bereits bekannt geworden, dass die Nürburgring GmbH als Verpächter der Rennstrecke wegen ausstehender Pachtzahlungen ein Mahnverfahren gegen die NAG angestrengt hatte - mit ausdrücklicher Billigung des zuständigen Innenministers.
Die Gesellschafter und die Geschäftsführung der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) wollen von einem Kartellverfahren des Landes Rheinland-Pfalz nichts wissen: „Uns ist ein solches Verfahren nicht bekannt“, erklärt Geschäftsführer Jörg Lindner. „Wir haben vor Monaten einen langen Fragenkatalog des Wirtschaftsministeriums in dieser Angelegenheit umfassend beantwortet und haben alle Vorwürfe ausgeräumt.“
NAG-Chef Lindner: Jetzt auf Verständigungskurs einbiegen
Lindner zeigt sich empört über die "offenbar politisch motivierte und gezielte Skandalisierung" der Betreibergesellschaft am Nürburgring. „Wir müssen jetzt auf einen Verständigungskurs mit den Eigentümern einbiegen, um den Nürburgring fit für die Zukunft zu machen.“ Die NAG sei bereit dazu.




















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